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Keine Spielzeit in dieser Woche


LES BONNES INTENTIONS

DIE KUNST DER NÄCHSTENLIEBE

R: Gilles Legrand

Mit wahrlich besten Absichten bestreitet Isabelle ihr von sozialem Engagement bestimmtes Leben. Sie unterrichtet Französisch in einem Kurs für Menschen mit Migrationshintergrund. Das ist aber nicht genug, sie will mehr helfen, angesichts des Elends und der drückenden Verantwortung, derer sich die Gesellschaft oft nicht wirklich annehmen will. Isabelle verliert sich zunehmends im Strudel, der sich zu drehen beginnt, wenn man vor lauter Eifer und Engagement übersieht, dass die Kraft jedes Menschen begrenzt ist und dass man auch selber noch ab und zu Hilfe brauchen kann. Und diese kommt oft ganz unverhofft von unerwarteter Seite. In ihrem Eifer, die beste Helferin zu sein und wirklich etwas zu bewegen, geht sie einigen stark auf die Nerven. Zu Weihnachten gibt es keine herkömmlichen Geschenke, beim Shopping mit der Tochter stellt sie peinliche Fragen an der Kassa. Ihrem Ehemann fehlt die Wärme, er möchte nicht nur Dankbarkeit empfinden müssen, sondern Liebe. So begeben sich die zwei zur Paartherapie. Das ist wirklich alles sehr viel für Isabelle.
Regisseur Gilles Legrand schaut dem modernen Drang zu moralisch richtigem Verhalten unter das Büßerhemd und scheut sich nicht vor humorvoll-menschlicher Kritik.
Die französische Meisterin der Komödie mit Ernsthaftigkeitshintergrund Agnès Jaoui (AURORE) zeigt einmal mehr wie aus einer leicht katastrophalen Situation ein Neuanfang wird. Mit feinem und manchmal ein bisschen bissigem Humor zeigt uns der Film das kleine, an uns allen nagende, mitteleuropäische schlechte Gewissen, das uns manchmal komische Sachen machen lässt. Nichtsdestotrotz erwächst aus bedingungsloser Hilfe und Dankbarkeit ein schöneres Bild der Welt, wie wir es oft vor Augen haben. (th)
„Mit scharfer Zunge und noch schärferem Blick geht Regisseur Gilles Legrand der neuen Liebe zur Moral auf den Grund. Zusammen mit seiner wunderbaren Hauptdarstellerin Agnès Jaoui gelingt ihm mit DIE KUNST DER NÄCHSTENLIEBE eine raffinierte und belebende Komödie über die wahre Natur des Helfens.” (aus: mm-filmpresse.de)

Frankreich 2018; Regie: Gilles Legrand; Buch: Léonore Confino & Gilles Legrand; Kamera: Pierre Cottereaux; Musik: Armand Amar; DarstellerInnen: Agnès Jaoui (Isa­belle), Alban Ivanov (Attila), Tim Seyfi (Ajdin), Michèle Moretti (Jacqueline), Claire Sermonne (Elke Hamm­ler) u.a.; (DCP; 1:2,35; Farbe; 103min; französisch-bosnische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).


  
Filmplakat