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PORTRAIT DE LA JEUNE FILLE EN FEU

PORTRÄT EINER JUNGEN FRAU IN FLAMMEN

R: Céline Sciamma

   OmU

Was wäre, wenn die Sache mit Orpheus und Eurydike ganz anders gelaufen ist, als wir immer gedacht haben? Wenn Orpheus diesen schicksalhaften Blick zurück, der seine Geliebte für immer in die Unterwelt bannt, nicht aus Sehnsucht wirft? Sondern aus Berechnung, weil die Erinnerung an eine große Liebe viel schöner ist als der Alltag, in dem sie gelebt werden muss?
Bei Wein und flackerndem Kerzenlicht kommen die Frauen in Céline Sciammas PORTRÄT EINER JUNGEN FRAU IN FLAMMEN auf solche Gedanken. Es ist das Jahr 1770, in einem Anwesen an der stürmischen Küste der Bretagne. Ein ungewöhnlicher Auftrag führt die Pariser Malerin Marianne hierher: Sie soll heimlich ein Gemälde von Héloïse anfertigen, die gerade eine Klosterschule für adelige Frauen verlassen hat. Die Männer sind weg, ebenso die Gräfin, die ihre Tochter mit einem Adligen in Mailand verheiraten will. Nur diese Tochter, Héloïse, ihre Porträtistin Marianne und Dienstmädchen Sophie sind da, und ungestört von allen anderen können sich die drei jungen Frauen endlich solche Gedanken machen – freie, wilde, die Bekanntes mit verblüffendem Ergebnis neu denken.
Regisseurin Céline Sciamma denkt und filmt hier sowohl klassisch als auch neu. Klassisch, weil die Liebenden des Films, Héloïse und Marianne, ganz selbstverständlich in der Filmgeschichte Platz nehmen, radikal und würdevoll zugleich. Und neu, weil es Bilder wie die in PORTRÄT EINER JUNGEN FRAU IN FLAMMEN noch nicht gegeben hat. Bilder, erdacht von einer Frau, gefilmt von einer Frau, erfüllt von Frauen. (…) Vor allem ist der Film aber eine fulminante Feier der Kunstgeschichte, man stolpert förmlich von Böcklins „Toteninsel” über Gerhard-Richter-artigen Kerzenschimmer in Caspar-David-Friedrich-Szenarien am Meer. Schließlich ist PORTRÄT EINER JUNGEN FRAU IN FLAMMEN ein Film, in dem Frauenfiguren einmal nicht neben Männerfiguren in Szene gesetzt werden. Und so sind sie eben nicht mehr „stark” oder „unabhängig”, sondern sie sind einfach. (aus: spiegel.de; welt.de)

Frankreich 2019; Regie & Buch: Céline Sciamma; Kamera: Claire Mathon; Schnitt: Julien Lacheray; DarstellerInnen: Adèle Haenel (Héloïse), Noémie Merlant (Marianne), Luàna Bajrami (Sophie); Valeria Golino (La Comtesse), u.a.; (DCP; 1:1,85; Farbe; 119min; französisch-italienische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).


  
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