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RAMDENIME INTERWIU PIRAD SAKITCHEBZE

EINIGE INTERVIEWS ZU PERSÖNLICHEN FRAGEN

R: Lana Gogoberidse

Die Journalistin Sofiko arbeitet leidenschaftlich gerne in der Leser_innenabteilung einer Zeitung in Tiflis. Sie liebt es, Fragen zu stellen, den Menschen zuzuhören, gegen bürokratische Missstände aufzutreten, Heldinnen des Alltags zu porträtieren. Die Geschichten, denen sie während des Tages mit dem Fotografen Irakli nachgeht, hallen zu Hause noch nach. Dort wartet ungeduldig ein Ehemann, der es lieber hätte, wenn Sofiko bei ihren Kindern bliebe; dort wartet die Mutter, die als Volksfeindin verbannt wurde und erst nach 10 Jahren zur Tochter zurückkehren konnte. Irgendwo warten auch noch die zwei Tanten, bei denen sie aufwuchs und Irakli, der ein Auge auf sie geworfen hat. Zwischen den Wartenden hetzt Sofiko hin und her und versucht, es allen Recht zu machen. Dabei wird eine persönliche Frage, die sie gerne anderen Menschen stellt, immer dringender: „Sind Sie glücklich?”
Lana Gogoberidse beschreibt in ihrer Autobiografie „Ich trank Gift wie kachetischen Wein”, wie sehr dieses Filmprojekt mit ihrer eigenen Biografie verwoben war: „Das Schicksal einer Frau, im Verhältnis mit den Schicksalen anderer Menschen. Es ist für mich ein sehr persönliches Thema. Die Hauptfigur ist in vielem mir ähnlich. [...] Ich wollte schon immer das Porträt einer Frau mit ihrem persönlichen Drama, mit ihrer schmerzhaften Vergangenheit zeichnen, [...]. Die Frau und das soziale Umfeld, Frau und Zeit – das ist, allgemein gesprochen, das Hauptthema von EINIGE INTERVIEWS.”
„Feinfühlig erzählt Lana Gogoberidse [...] von der Verzahnung des Privaten und des Politischen [...]. Mit seinem Fokus auf die alltäglichen Kämpfe einer emanzipierten Frau gilt der Film als einer der ersten feministischen Filme der Sowjetunion.” (arsenal-berlin.de)
Aus heutiger Perspektive ist der Film jedoch noch weit mehr, führt er doch das Alltagsleben und die unaufgeregte gesellschaftliche Normalität der 1970er Jahre vor Augen. Die Musik zum Film stammt vom kürzlich verstorbenen Komponisten Giya Kancheli.
Wir zeigen den Film in der digitalen restaurierten Fassung, die 2016 von L’Immagine Ritrovata in Bologna durchgeführt wurde. Ausgangsmaterial waren ein 35-mm-Bild-Interpositiv aus dem Archiv des Gosfilmofond in Moskau sowie ein 35-mm-Magnetband der finalen Mischung aus dem Archiv des JSC Georgian Film in Tiflis. Die Restaurierung macht es möglich, den Film nun nicht mehr in der international verbreiteten russischen Synchronfassung, sondern im georgischen Original zu sehen.

UdSSR 1978; Regie & Schnitt: Lana Gogoberidse; Buch: Erlom Akhvlediani, Zaira Akhvlediani, Lana Gogoberidse; Kamera: Nugzar Erkomaishvili; Musik: Giya Kancheli; Darsteller_innen: Sofiko Chiaureli (Sofiko), Gia Badridze (Archili), Ketevan Orakhelashvili (Sofikos Mutter), Janri Lolashvili (Irakli) u.a.; (DCP – von 35mm übertragen; 1:1,37; Farbe; Mono; 94min; georgische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).


  
Filmplakat