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PADRE PADRONE

R: Paolo & Vittorio Taviani

Die Geschichte einer Sprachlosigkeit, Sprachwerdung und Selbstbefreiung. Das Schicksal Gavino Leddas, der es vom sardischen Hirten und fast stummen Analphabeten zum Linguisten und Autor bringt, gefilmt mit der düsteren Wucht eines antiken Mythos. Um zu sich zu gelangen, muss Ledda die Insel verlassen und gegen den Vater rebellieren, der auch sein archaischer Padrone ist, ein zürnender Herrschergott, der dem Sohn die Welt des Schweigens eröffnet und die erlittenen Härten als Terror unabänderlicher Pflichten weitergibt. Um er selbst zu werden, muss Ledda mit Hilfe der erlernten Sprache zum Vater und zur Granitödnis der Gallura zurückkehren: zu den Dingen der Herkunft, deren Härte er zugleich hasst und liebt. PADRE PADRONE lässt den Neorealismus hinter sich und bewahrt ihn zugleich, verwandelt in die Poesie eines polyphonen Gesangs von eindringlicher Schwere. (Harry Tomicek)

Italien 1977; Regie und Buch: Paolo & Vittorio Taviani, nach dem Roman von Gavino Ledda; Kamera: Mario Masini; Musik: Egisto Macchi; DarstellerInnen: Omero Antonutti, Saverio Marioni, Marcella Michelangeli, Nanni Moretti, Fabrizio Forte u.a.; (DCP; 1:1,66; Farbe; Mono; 114min; italienische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).


  
Filmplakat