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Keine Spielzeit in dieser Woche


GLÜCK IST WAS FÜR WEICHEIER

R: Anca Miruna Lazarescu

Bei Familie Gabriel läuft es schon seit einer Weile nicht mehr rund. Die Mutter ist vor einiger Zeit gestorben, nun ist auch Tochter Sabrina an einer unheilbaren Lungenkrankheit erkrankt. Die anderen versuchen nun jeder auf seine Weise mit der Situation umzugehen. Wäh­rend sich Vater Stefan neben seiner Arbeit als Bademeister als Ster­be­begleiter engagiert, hat sich die zwölfjährige Jessica eine ganze Reihe von Ritualen ausgedacht, um das Böse fernzuhalten. Viel gebracht hat es nicht, Sabrinas Zustand verschlechtert sich zunehmend. Als Au­ßen­seiter Jessi an der Schule Ärger bekommt, soll ein Therapeut ihr wieder zurück ins Leben helfen. Aber das ist einfacher gesagt als ge­tan, wenn der Tod dein ständiger Begleiter ist.
Be­sonders der Ton, den Anca Lazarescu anschlägt, ist ungewöhnlich: In der Zeichnung der zahlreichen Neu­rosen, die Jessica und Stefan prägen ähnelt GLÜCK IST WAS FÜR WEICH­EIER der leichten amerikanischen Komödien wie LITTLE MISS SUN­SHINE, die Ernsthaftigkeit, mit der oft eine Szene später dann Fragen von Leben und Tod verhandelt werden, ist dagegen eines Dra­mas würdig.
GLÜCK IST WAS FÜR WEICHEIER hält beeindruckend die Balance zwischen dem Komischen und dem Tragischen. Denn natürlich ist es irgendwo witzig, wenn Jessi die eigenartigsten Zwänge auslebt, vom Rei­­ben ihrer überlangen Strümpfe bis hin zum Man­tra-ähnlichen Auf­sagen von Zahlen. Aber es ist eben auch wahnsinnig traurig, wenn sie mit kindlicher Logik und zunehmend verzweifelten und kuriosen Mit­teln versucht, den Tod ihrer Schwester zu verhindern. So als müsste sie nur den Schlüssel des Universums finden, um dieses bestimmen zu kön­nen. (nach: film-rezensionen.de; programmkino.de)

Deutschland 2019; Regie: Anca Miruna Lazarescu; Buch: Silvia Wolkan; Ka­mera: Christian Stangassinger; DarstellerInnen: Ella Frey (Jessica), Martin Wuttke (Stefan Gabriel), Emilia Bernsdorf (Sabrina), Christian Friedel (Thera­peut), Stephan Grossmann (Horst Kranz) u.a.; (DCP; 1:2,35; Farbe; 95min).


  
Filmplakat