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LAZZARO FELICE

GLÜCKLICH WIE LAZZARO

R: Alice Rohrwacher

   OmU

LAZZARO FELICE beginnt in der Vergangenheit, in einer abgelegenen Bergregion, wo der Wolf mit nächtlichem Geheul seine Präsenz markiert. Hier befindet sich die Tabakplantage „Inviolata”, die dank einer wohl vor langer Zeit zusammengebrochenen Brücke vom Rest der Welt abgeschnitten und beinahe unberührt ist. So wähnt man sich zu Beginn in den Vierzigerjahren, bis Walkman und Handy verraten, dass die Handlung in den Neunzigern spielen muss. Die Bauerngesellschaft, die hier einen heruntergewirtschafteten Betrieb aufrechterhält, lebt wie vor hundert Jahren, mit all ihren Traditionen und Geheimnissen, aber auch in Armut – und sogar in Leibeigenschaft.
Die Kamerafrau Hélène Louvart lässt die karge Berglandschaft als unberührtes Paradies erscheinen. Und doch erinnert der erste Teil des Films auch entfernt an Lucchino Viscontis neorealistisches Meister­werk LA TERRA TREMA; denn auch hier spielen echte Bäuerinnen die Rollen der arbeitenden Bevölkerung. Rohrwacher schafft es, sie uns als Em­semble so unaufgeregt näherzubringen, dass wir sie sofort ins Herz schließen. Unter ihnen fällt ein junger Mann mit einem liebenswürdigen Gesicht auf, den die anderen gerne für sich arbeiten lassen. Hol dies, bring das. Der naive, grundgute Lazzaro traut niemandem böse Absichten zu. (aus: Tereza Fischer, filmbulletin.ch)
„In der besten Tradition des italienischen Kinos lässt Rohrwacher ein proletarisches Italien auferstehen, das nicht zur Verklärung dient, aber dennoch im kollektiven Gedächtnis gehalten werden muss. Denn im Abgleich mit der Gegenwart, die sich in LAZZARO FELICE auf so verblüffende Art einstellt, dass man nichts weiter verraten darf, findet der Film zu einigen prägnanten Beobachtungen darüber, wie es aussehen kann, wenn man an den Rand gedrängt wird.” (spiegel.de)
„LAZZARO FELICE, der dritte Spielfilm der Italienerin Alice Rohr­wacher, sticht aus dem Wettbewerb besonders heraus. Bei der Pre­miere am Sonntag währte der Applaus ganze 15 Minuten, die Film­crew und auch Teile des Publikums waren ergriffen. Es war einer dieser raren Momente auf Festivals, bei denen endgültig ein Stern aufgeht.” (Dominik Kamalzadeh)
„Man muss sich Lazzaro (Adriano Tardiolo) als einen glücklichen Menschen vorstellen. Der junge Mann, der immer mit einem kindlich-staunenden Blick durch die Welt zu gehen scheint, lebt gemeinsam mit anderen Männern, Frauen und Kindern auf dem Landgut L’In­vio­lata (zu deutsch: ‚unangetastet’) irgendwo im Süden Italiens in einer kargen, gebirgigen Landschaft.” (Joachim Kurz, kino-zeit.de)

Italien 2018; Regie & Buch: Alice Rohrwacher; Kamera: Hélène Louvart; Dar­stellerInnen: Adriano Tardiolo (Lazzaro), Agnese Graziani (Die kleine Antonia) Luca Chikovani (Der kleine Tancredi), Alba Rohrwacher (Antonia), Sergi López (Ultimo), Natalino Balasso (Nicola), Tommaso Ragno (Der erwachsene Tancredi), Nicoletta Braschi (Marchesa Alfonsina De Luna) u.a.; (DCP; 1:1,66; Farbe; 125min; italienische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTER­TITELN).


  
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