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NICO, 1988

R: Susanna Nicchiarelli

Nico aka Christa Päffgen, geboren 1938, war Supermodel, zählte zu Andy Warhols „Superstars” und war Velvet Underground-Sängerin. Später hat sie ein Album mit Coverversionen von erlesener Melan­cholie aufgenommen („Chelsea Girl”, 1968), das, spätestens seit Gwyneth Paltrow in THE ROYAL TENENBAUMS im Nico-Make-Up und mit Nico-Frisur in der Badewanne rauchte, während Nicos Ver­sion von Jackson Brownes „These Days” lief, auch im Bewusstsein des 21. Jahrhunderts angekommen ist.
Susanna Nicchiarellis Film NICO, 1988 trägt das Todesdatum der Sängerin im Titel, aber Nicchiarelli interessiert sich weniger für dessen Umstände, als für Nicos Persönlichkeit und die biografischen Ur­sprün­ge ihrer Songs. Nicos Heroin-Sucht spielt dabei eine Nebenrolle. Der Film, beginnt mit der kleinen Christa, die von weitem den Feue­rschein eines Bombenangriffs auf Berlin betrachtet. In der nächsten Szene be­sichtigt Nico (Trine Dyrholm) ein schäbiges Haus in Man­chester, bittet darum, im Badezimmer allein gelassen zu werden. Statt sich sofort einen Schuss zu setzen, kramt sie ein Tonbandgerät aus der Tasche und nimmt das Geräusch des Wasserboilers auf.
Susanna Nicchiarelli hat sich intensiv mit Nicos letzten Jahren auseinandergesetzt, die Jahre, in der sich so etwas wie eine Selbstfindung zu ereignen scheint. Nicchiarelli erzählt knapp, aber effektiv von Nico/Christa, ein unglaublich intensiver Trip ist dieser Film, ambivalent, nichts beschönigend, immer mittendrin, aber stets zugeneigt: Ein Ab­gesang auf eine Ikone. (aus: kino-zeit.de; indiekino.de)

Italien/Belgien 2017; Regie & Buch: Susanna Nicchiarelli; Kamera: Crystel Fournier; DarstellerInnen: Trine Dyrholm (Christa Päffgen/Nico), John Gordon Sinclair (Richard), Anamaria Marinca (Sylvia), Calvin Demba (Alex), Thomas Trabacchi (Domenico), Karina Fernandez (Laura), Sandor Funtek (Ari) u.a.; (DCP; 1:1,37; Farbe; 93min; englisch-deutsch-tschechisch-französische ORI­GINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).


  
Filmplakat