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HILDEGART – ODER: PROJEKT SUPERWOMAN

R: Barbara Caspar

Spanien, Anfang des 20. Jahrhunderts: Aurora Rodriguez hat sich das Ziel gesteckt, eine „Superfrau“ zu (er-)schaffen und widmet ihr Leben der „Züchtung“ einer feministischen Superheldin. Vernunft und Bildung stellen für sie das Ideal dar, Emotionen und alles weiblich Konnotierte werden hingegen verachtet. Ihre 1916 geborene Tochter Hildegart erzieht sie streng nach ihren Wertevorstellungen zur politischen Aktivistin und Feministin. Hildegart entwickelt sich zu einem außergewöhnlichen Kind: sie beherrscht mehrere Sprachen, schreibt politische Essays, schließt ein Jura-Studium vor Erreichen der Volljährigkeit ab und leitet die sozialistische Jugend in Madrid. Als Hildegart mit 17 Jahren beginnt, sich von ihrer Mutter zu emanzipieren, sieht Aurora ihr „Projekt“ als gescheitert an und erschießt im Jahre 1933 ihre schlafende Tochter.
Diese verstörende und historisch wahre Begebenheit versucht Filmemacherin Barbara Caspar in HILDEGART – ODER: PROJEKT SUPERWOMAN nachzuzeichnen. An der Schnittstelle zwischen Dokumentarfilm und Animationsfilm angesiedelt, illustriert Caspar die historischen Fakten dieser befremdlichen Mutter-Tochter-Beziehung mit Zeichnungen und Animationen und verknüpft diese mit der Gegenwart, indem Caspar Soziologinnen und Femen-Aktivistinnen zu den Themen „Weiblichkeit“, „Mütterlichkeit“ und „Frauenrechte“ interviewt. Caspar geht dabei auch der Frage nach, wie Lebensentwürfe heute aussehen und inwieweit sich die tragische Beziehung zwischen der totalitären Aurora und Hildegart in gegenwärtigen Mutter-Tochter-Konflikten und der Vorstellung „nur das Beste zu wollen“ widerspiegelt.
„Mutter-Tochter-Beziehungen sind schon öfter im Film abgehandelt worden, aber dieses Projekt ist wirklich herausragend. Der Wahn einer Mutter, ihre Tochter als nichts anderes als der Mutter eigenes Spiegelbild zu sehen und für die eigenen unerfüllten Wünsche und den eigenen unerfüllten Ehrgeiz zu missbrauchen […], und die Leidenschaft, mit der diese Art von Mutter-‚Liebe‘ die Tochter daran hindert, ihren eigenen Weg zu finden und sich aus dieser Prägung, dieser Abhängigkeit von der Mutter zu befreien, [...] dies alles wird in diesem Film in meinen Augen einzigartig dargestellt.“ (Elfriede Jelinek)

Österreich 2016; Regie und Buch: Barbara Caspar; Kamera: Sergio Deustua Jochamowitz, Enzo Brandner; Schnitt: Andrea Unterweger, Alexandra Schneider; Musik: Roland Hackl; Sounddesign: Sebastian Watzinger; Charakterillustrationen: Jörg Vogeltanz, Animation: Sergio Deustua-Jochamowitz; Mitwirkende: Josephine Witt (Femen Aktivistin), Irina Kkanova (Femen Aktivistin), Lara Alcázar Miranda (Femen Aktivistin), u.a. (DCP; Farbe; 82 min; deutsch-spanisch-englische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).