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CONCEIVING ADA

LEIDENSCHAFTLICHE BERECHNUNG

R: Lynn Hershman Leeson

Zunehmend von Ada’s skandalumwittertem Leben und vergessenem Werk in den Bann gezogen, führt Emmy Coer immer gewagtere (Selbst-) Versuche durch. Es gelingt ihr nicht nur, die historische Ada sichtbar zu machen, sondern auch mit ihr Kontakt aufzunehmen. Der Originaltitel verrät bereits die potentielle Tragweite der Experimente, bedeutet doch „to conceive“ nicht nur: „etwas konzipieren“ oder „erfassen“ sondern metaphorisch gesprochen: „etwas aufnehmen“, „empfangen“, „schwanger werden“.
Die amerikanische Künstlerin und Filmemacherin Lynn Hershman Leeson, selbst Pionierin in Sachen (interaktiver) Medienkunst, mischt in ihrem ersten Spielfilm Wissenschaftsszenarien der ausgehenden 1990er Jahre mit dem Viktorianischen Zeitalter. Ihr Blick ist dabei unkonventionell, kritisch und feministisch. „Als ich das erste Mal von Ada Byron King, der Gräfin von Lovelace, hörte, wusste ich augenblicklich, dass ich einen Film über sie machen musste. Obwohl sie noch bis vor kurzem kaum bekannt war, hat diese couragierte und brillante Frau aus der viktorianischen Zeit nicht nur mein eigenes Leben nachhaltig beeinflusst, sondern den gesamten Verlauf des 20. Jahrhunderts.“ (Lynn Hershman Leeson)
CONCEIVING ADA ist zwar ein Low-Budget-Debüt und trotzdem ein „komplexer historischer ‚Film über eine emanzipierte, mathematisch begnadete Frau, die ihr Talent in späteren Jahren zum Austüfteln von Pferde-Wettsystemen vergeudete. Der Film ist als Doppel-Helix angelegt und ermöglicht eine Durchdringung von vier Frauengenerationen; seine digitale Technik bei der Aufnahme der Hintergründe und Atmosphären erlaubt den Schauspielern größtmögliche Freiheiten.‘“ (www.zweitausendeins.de/filmlexikon) Da kein Geld für aufwändige historische Kulissen zur Verfügung stand, wurden die Schauplätze einfach projiziert, was später als „virtual sets“ in die Filmgeschichte eingehen sollte. Innerhalb von 5 Tagen gedreht, mit Tilda Swinton als Ada und Timothy Leary als Emmy Coers Mentor hervorragend besetzt, ist CONCEIVING ADA „eine essayistische Nacherzählung“ der Vita von Lady Lovelace und „zielt unübersehbar auf ihre Kanonisierung als wichtige, von der Geschichte übergangene Erfinderin ab.“ (www.taz.de)

USA/Deutschland/Frankreich 1997; Regie: Lynn Hershman Leeson; Buch: Lynn Hershman Leeson, Eileen Jones; Kamera: Hiro Narita; Musik: Fanny Hensel, The Residents; Schnitt: Robert Dalva; DarstellerInnen: Tilda Swinton (Ada Byron King), Francesca Faridany (Emmy Coer), Timothy Leary (Sims), Karen Black (Lady Byron), John O‘Keefe (Charles Babbage) u.a.; (35mm, 1:1,85; Farbe, 85min; englische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN) Lynn Hershman Leeson, 1941 in Cleveland/Ohio geboren, Künstlerin und Filmemacherin, Pionierin der interaktiven Kunst, zählt zu den führenden MedienkünstlerInnen und beschäftigte sich von Beginn an mit der Unsichtbarkeit von Frauen im Kunst- und Kulturbegrieb. Ihre Werke sind in den wichtigsten Sammlungen vertreten, u.a. im Museum of Modern Art, New York und in der Tate Modern in London. Sie leitete die Filmfakultät am San Francisco Art Institute und ist emeritierte Professorin für Elektronische Kunst am Department of Art an der University of California. „Die 1941 in Cleveland Geborene ist eine der innovativsten unter ihnen. Ihre Werke sind vielfältig, verstörend, augenöffnend.“ (www.emma.de)


  
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