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DAS TRAURIGE LEBEN DER GLORIA S.

R: Christine Groß & Ute Schall

Hartz IV trifft auf die Berliner Kultur-Schickeria: Gloria Schneider (Christine Groß) ist Schauspielerin in einem erfolglosen Berliner Off-Theater, dauernd pleite und mit ihrer Lebenspartnerin auch noch zerstritten. Die Filmregisseurin Charlotte Weiß (Nina Kronjäger) hat ganz andere Probleme. Sie befindet sich trotz Erfolgs in einer Schaffenskrise und möchte sich ausgerechnet durch einen Dokumentarfilm über gesellschaftlich benachteiligte Frauen „künstlerisch regenerieren". Auf dem Arbeitsamt entdeckt Gloria einen Casting-Aufruf zu Charlottes Film und beschließt, in die Rolle einer Alleinerzieherin und Hartz-IV-Empfängerin zu schlüpfen. Die professionelle Schauspielerin spielt alle „wirklich“ sozial Benachteiligten an die Wand, und so beginnt ein immer absurder werdendes Katz-und-Maus-Spiel zwischen Charlotte und Gloria, in das bald die ganze Off-Theater-Gruppe hineingezogen wird.
„Die Regisseurinnen Christine Groß und Ute Schall […] nehmen all das aufs Korn, was die Kulturgroßbürger umtreibt: Den unbedingten Zwang zu politischem Bewusstsein, die allseitige feministische Attitüde, die Wichtigtuerei und die Eitelkeit, das Wissen um das Schlechte in der Welt und das schlechte Gewissen, das damit verbunden ist, die mitleidige Geste gegenüber den sozial Schwachen, die Kompromisslosigkeit (oder Streitlust), wenn es um Fragen der Kultur und des Denkens geht, das Problemewälzen und Rumzicken, die Blase, in der sie leben und in der sie abheben vom echten Leben.“ Das Resultat ist eine „witzige, pointierte, bissige und entlarvende Komödie über all die Vorurteile und die gutgemeinten Betulichkeiten der kulturschaffenden Mittelschicht gegenüber dem Elend von Hartz IV.“ (www.cinefacts.de)
DAS TRAURIGE LEBEN DER GLORIA S. ist zudem eine „durchgeknallte, bitterböse Komödie über starke Frauen in der Krise, zwischen Glamour und Hartz IV, Kunst und Katastrophen, schlechtem Theater und dem harten Leben.“ (www.salzgeber.de) Christine Groß und Ute Schall wissen, wovon sie sprechen, denn beide Frauen kennen sowohl die deutsche Theaterszene als auch einander sehr gut. Groß spielte unter der Regie von Einar Schleef, Robert Wilson u. a. auf vielen deutschen Bühnen. Ute Schall studierte Theaterwissenschaft und arbeitet als Cutterin. Von 2001 bis 2007 waren beide im Berliner Frauen-Filmkollektiv hangover ltd.* aktiv, dessen Film-Performances auf zahlreiche Festivals eingeladen wurden (z. B.: Feminale in Köln, Kurzfilmtage Oberhausen). Ein weiteres Gründungsmitglied von hangover ltd.* ist Tatjana Turanskyj, deren Film EINE FLEXIBLE FRAU bereits im Rahmen von kinovi[sie]on gezeigt wurde.

D 2011; Regie: Christine Groß und Ute Schall; Buch: Christine Groß, Ute Schall, Anna Kremser; Kamera: Hannes Francke; Musik: Roman Ott; DarstellerInnen: Christine Groß (Gloria Schneider), Nina Kronjäger (Charlotte Weiß), Margarita Broich (Margarete) u.a.m. (dcp; Farbe; 76 min; dt. OF)