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SHE, A CHINESE

R: Guo Xiaolu

Mei lebt mit ihren Eltern in einem kleinen Dorf im ländlichen China, wo ihre beruflichen und privaten Chancen alles andere als rosig sind. Um der ländlichen Tristesse – einer Mischung zwischen Gewalt und Langeweile – zu entfliehen, zieht sie in die nächste größere Stadt. Die Arbeit in einer Textilfabrik verliert sie rasch und landet schließlich in einem zwielichtigen Friseursalon. Dort verliebt sie sich in Spikey, der für die örtliche Mafia die „Drecksarbeit“ erledigt. Als Spikey nach einem Auftrag vor Meis Augen stirbt und sie sein angespartes Geld findet, realisiert sie den Traum ihres toten Geliebten, reist mit einer chinesischen Touristengruppe nach London und bleibt vorerst illegal dort.
Die Reise der Überlebenskünstlerin Mei durch das postkommunistische China und globale kapitalistische (Waren-) Welten wird weder psychologisierend noch naturalistisch vorgeführt. Ohne pädagogischen Zeigefinger, dafür auf ausdrucksstarke Bilder und Gesten setzend, gelingt es Guo Xiaolu einen kritischen Blick auf China und den sogenannten „goldenen Westen“ zu werfen. Die Unterteilung in einzelne, manchmal ironisch kommentierende Kapitel, die kontrapunktisch eingesetzte Musik der britischen Indie-Legende John Parish (Pj Harvey, Eels) sowie der Schnitt von Andrew Bird (GEGEN DIE WAND, AUF DER ANDEREN SEITE) verdeutlichen, dass SHE, A CHINESE nicht nur verbal auf Godards LA CHINOISE anspielt, sondern formal die Filmsprache der Nouvelle Vague ins 21. Jahrhundert übersetzt. „Fesselndes Kino … nicht zu Unrecht gewann der Film auf dem Festival in Locarno im vergangenen Jahr den Goldenen Leoparden: ein gutes Gespür für Tempo und Timing, ein schmissiger Soundtrack […] und böser Sinn für Humor, der immer mal wieder aus der Tristesse hervorblitzt.“ (Spiegel Online)
Auszeichnungen: Goldener Leopard – Locarno Film Festival 2009; Montblanc Drehbuchpreis – Filmfest Hamburg 2009; Official Selection – Toronto & Pusan Film Festivals 2009;

Großbritannien/Deutschland/Frankreich 2009; Regie & Drehbuch: Guo Xiaolu; Kamera: Zillah Bowes; Musik: John Parish; DarstellerInnen: Huang Lu (Mei), Wei Yi Bo (Spikey), Geoffrey Hutchings (Mr. Hunt), Chris Ryman (Rashid), u.a.m.; (35mm; 1:1,85; Farbe; 98min; ORIGINALFASSUNG – englisch und mandarin – MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN). Guo Xiaolu: Guo Xiaolu – Guo ist der Familienname – wurde 1973 in China geboren, wuchs in einem kleinen Dorf im Süden Chinas auf, schrieb ab dem 12. Lebensjahr und veröffentlichte ihre ersten Gedichte mit 14. Sie studierte an der Beijing Film Academy und an der renommierten National Film and Television School in Beaconsfield bei London. Die Pole Stadt – Land, Osten – Westen, (Post-) Kommunismus chinesischer Prägung und Kapitalismus werden sowohl im literarischen als auch im filmischen Werk reflektiert. „Als Künstlerin betrachte ich dieses Leben aus einer anderen Sichtweise. Jeder Künstler besitzt einen bestimmten kulturellen Hintergrund. […] Ich komme aus der bäuerlichen Klasse und bin aufgrund meiner kulturellen Erziehung und meiner Wut zu einem Bauern-Punk geworden.“ (Guo Xiaolu) Filmographie (Auswahl): SHE, A CHINESE (Spielfilm, 2009); ONCE UPON A TIME PROLETARIAN (Dokumentarfilm, 2009); WE WENT TO WONDERLAND (Dokumentarfilm, 2008); HOW IS YOUR FISH TODAY (Spielfilm, 2006); THE CONCRETE REVOLUTION (Dokumentarfilm, 2004). Literatur (Auswahl): Village of Stone; A Concise Chinese-English Dictionary for Lovers (Kleines Wörterbuch für Liebende); UFO in her Eyes (Ein Ufo, dachte sie).