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IN DEN TAG HINEIN

R: Maria Speth

Die 22-jährige Lynn driftet durch das nächtliche Berlin auf der Suche nach Abenteuern, auf der Suche nach sich selbst. Sie tanzt, raucht, trinkt und möchte noch keine Verantwortung übernehmen. Ihr Freund David ist das genaue Gegenteil: gesundheitsbewusst, körperbewusst, karrierebewusst, ein zielstrebiger Leistungsschwimmer, der weiß, was er will. Zwei wie Tag und Nacht. Als Lynn den japanischen Studenten Koji kennen lernt, beginnt eine Liebesgeschichte in blau. Gemeinsam lassen sie sich beinah wortlos durch die Nächte treiben. Sie leben und lieben in den Tag hinein bis zum bitteren Ende: „Am Anfang war eine Liebe. Eine junge Frau, die keine Erwartungen erfüllt, die nicht weiß: wie man lebt, wie man arbeitet, wie man liebt .... Was passiert, wenn zwei Menschen sich begegnen? Sie sprechen nicht die gleiche Sprache, sind nicht gleicher Herkunft. Was ist es, was Menschen anzieht, abstößt, verbindet?“ (Maria Speth)
IN DEN TAG HINEIN besticht nicht nur durch die Leistung der charismatischen Hauptdarstellerin (Sabine Timoteo), sondern auch durch Stilsicherheit und atmosphärische Dichte. Die streng durchgehaltene Ästhetik macht diesen Debütfilm zu einer Liebeserklärung an das nächtliche, urbane Berlin, jenseits bekannter Klischees: „Bei Speth besteht die Stadt aus den pulsierenden Schlangenlinien der Stadtautobahn, aus menschenleer in den Nachthimmel ragenden Bürohochhäusern, verlassenen Bürgersteigen, neonhellen Tunneln und Verkehrsinseln im Morgengrauen. Da diese Bilder im Umkreis einer ziemlich nachtaktiven Hauptfigur entstehen, hat es auch nichts Gekünsteltes, wenn die metallischen Farben der blauen Stunde dem Film einen leicht verlorenen Anstrich geben.“ (Katja Nicodemus in: taz)
„Nichts lenkt ab von der anonymen Geometrie einer Metropole im Neonlicht. Nichts wird wichtiger als Sabine Timoteos Gesicht, mit diesem abweisendem Blick, der sich nur der Nacht öffnet.“ (Iris Alanyali in: Die Welt)
Maria Speth, geboren 1967, arbeitete nach einer zweijährigen Schauspielausbildung zunächst als Schnittassistentin im Spielfilm- und Fernsehbereich und ab 1993 auch als Regieassistentin. 1996 begann sie das Regiestudium an der HFF Konrad Wolf. Seit 1995 entstanden mehrere Kurzfilme unter Speths Regie. IN DEN TAG HINEIN ist ihr mehrfach ausgezeichneter Diplomfilm und erster Langfilm: VPRO Tiger Award beim International Filmfestival Rotterdam 2001, Großer Preis beim Festival International de Films de Femmes de Créteil 2001, u.a. Die Jury in Créteil schätzte vor allem das „Einfühlungsvermögen in der Blickweise der Regisseurin und in der Darstellung durch die jungen Akteure, die Intelligenz und Feinfühligkeit des Inhalts sowie die Schönheit und Gewagtheit in der Form“.

Deutschland 2001; Regie & Buch: Maria Speth; Kamera: Reinhold Vorschneider; Schnitt: Dietmar Kraus; Musik: Johannes Grehl; DarstellerInnen: Sabine Timoteo (Lynn), Hiroki Mano (Koji), Florian Müller-Mohrungen (David), Sabine Riedel (Marie), Nicole Marischka (Antonia) u. a.; (35mm; 1:1,85; Farbe; 118min; deutsche ORIGINALFASSUNG).