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THE MARS CANON

KASEI NO CANON

R: Shiori Kazama

Immer nur am Dienstag trifft die 29-jährige Kinuko ihren Geliebten, den verheirateten 43-jährigen Büroangestellten Kohei. Sie gehen zusammen essen und verbringen anschließend die Nacht in einem Hotel. Auch wenn Kinuko vorgibt glücklich zu sein, ist sie enttäuscht und zermürbt von dieser Affäre. Als sie eines Tages den Straßenpoeten Manabe und die junge Hijiri kennen lernt, kommt Bewegung in ihr Leben. Manabe hat ein Auge auf Kinuko geworfen, aber wie sich bald zeigt, nicht nur er alleine: Hijiri kümmert sich um Kinuko, als sie sich erkältet, und zieht in die freie Nachbarwohnung. Sie entführt Kinuko auf das Dach eines Wolkenkratzers, sie erleben gemeinsam einen wunderbaren Abend: Hijiri gesteht Kinuko ihre Liebe.
Shiori Kazama erzählt diese Liebesgeschichte(n) auf ungewöhnliche Weise. Selten verwendet sie Close-ups, um die Konstellation der Personen im Blick zu behalten. Ihr gelingen prägnante Bilder mit Aufmerksamkeit zum Detail (leichte Nuancenverschiebungen, minimale Annäherungen und Veränderungen), die durch bemerkenswerte Schauspielleistungen abgerundet werden.
„Sie (die HauptdarstellerInnen) wahren die richtige Balance zwischen Offenbarung und Bewahrung ihrer Gefühle, ihrer Beweggründe, ihrer Gedanken. Die Wendungen der Geschichte sind so niemals vorhersehbar, immer wieder stehen verschiedene Wege als in der Logik der Figuren gleich mögliche offen.“
(vgl. E. Knörer in Jumpcut)
Den Filmtitel will Shiori Kazama durchaus wörtlich verstanden wissen: „Mars“ steht für die astrologische Entsprechung der Themen Kampf-Sex-Liebe und „Kanon“ im musikalischen Sinne verweist auf die filmische Herangehensweise mit vielen asynchronen „Stimmen“, die doch immer um das gleiche Thema kreisen und am Ende wieder zu ihrem Anfang zurückkehren. Menschen, die lieben, nicht geliebt werden und doch Liebe finden – THE MARS CANON stellt mit einer Selbstverständlichkeit dar, dass Begehren vielfältig sein kann. (vgl. Feminale 2002)

Japan 2001; Regie: Shiori Kazama; Buch: Tomoko Ogawa, Shotaro Oikawa; Kamera: Isao Ishii; Musik: Masaya Abe; DarstellerInnen: Makiko Kuno (Kinuko), Fumiyo Kohinata (Kohei), Mami Nakamura (Hijiri), Kee (Manabe) u.a.; (35mm – Blow-up von Super16mm; 1:1,85; Farbe; 121min; japanische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).