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SURNAME VIET GIVEN NAME NAM

R: Trinh T. Minh-ha

Frauen in der (vietnamesischen) Gesellschaft und das eigene Sprechen darüber stehen im Zentrum des Films der Filmemacherin und Kulturtheoretikerin Trinh T. Minh-ha. In Interviews erzählen nordvietnamesische Frauen unterschiedlicher Berufe und Schichten von ihrer Arbeit, ihren Beziehungen, ihrem Leben. Sie berichten von Unterdrückung, vom Vietnamkrieg, sowie von ihrem Widerstand gegen verschiedene gesellschaftliche Rollenzuschreibungen (Frau = Mutter, Ehefrau, Prostituierte, Fürsorgerin, Heldin der Revolution, etc.). Diese Interviews im ersten Teil von SURNAME VIET GIVEN NAME NAM sind einem Buch entnommen. Die Filmemacherin lässt sie von emigrierten Vietnamesinnen nachspielen – eine Herangehensweise, die auch das Medium Film reflektiert: „Erst die Identität der Frauen, die später im Film Auskunft geben über ihr Leben in den Vereinigten Staaten, macht den ‚fiktionalen’ Charakter der vorherigen Gespräche deutlich. Das filmisch inszenierte (Nach)Sprechen von bereits in Schrift transformiertem Sprechen durch Darstellerinnen, die hätten sein können, was sie in der Inszenierung repräsentieren, macht nicht nur auf die Unhintergehbarkeit des Medialen (nichts ist hier ‚authentisch’) in jedem gefilmten Sprechakt aufmerksam, sondern ebenso auf den Charakter filmischer Repräsentation, der ebenso medial wie politisch zu verstehen ist.“ (Eva Hohenberger in: „Poeten, Chronisten, Rebellen“)
Archivmaterial, Lieder, Mythen und Poesie, Dokumente und Inszenierung werden von Trinh T. Minh-ha kunstvoll ineinander verwoben und führen uns an Grenzlinien zwischen Historie / Gegenwart, (kultureller) Tradition / Moderne, Realität / Fiktion, Identität / Fremd-Sein.
Mit SURNAME VIET GIVEN NAME NAM ist der Regisseurin und Wissenschaftlerin (Women’s Studies, Film Studies, Postcolonial Studies) Trinh T. Minh-ha eine beeindruckende filmische Reflexion über Konstruktionen von (weiblicher, ethnischer, nationaler) Identität und den Prozess der (kinematographischen) Übersetzung gelungen.

Trinh T. Minh-ha: Filmemacherin, Kulturtheoretikerin, Autorin und Musikerin. Geboren 1952 in Vietnam, emigrierte 1970 in die USA. Studierte Musikethnologie, Komposition, sowie vergleichende Literaturwissenschaften in Vietnam, auf den Philippinen, in Frankreich und in den USA. Lebte und unterrichtete von 1974 bis 1975 in Paris, von 1977 bis 1980 in Dakar (Senegal).
Zahlreiche Publikationen zum Thema Postkolonialismus, Feminismus, zur Darstellungsproblematik und zur Genderfrage: u.a. „Woman, Native, Other. Writing Postcoloniality and Feminism“ (1989), „When the Moon Waxes red. Representation, Gender and Cultural Politics” (1991), „Framer Framed. Filmscripts and Interviews” und Mitherausgeberin von „Out There:Marginaisation in Contemporary Culture”, 1990.
Professorin für Women's Studies an der University of California (Berkely) und Filmwissenschaft an der Universität in San Francisco.

Filmographie: NIGHT PASSAGE (USA 2004, Spielfilm, Co-Regie: Jean-Paul Bourdier), THE FOURTH DIMENSION (USA 2001, Dokumentarfilm), A TALE OF LOVE (USA 1995, Spielfilm: Co-Regie: Jean-Paul Bourdier), SHOOT FOR THE CONTENTS (China/USA 1991, Dokumentarfilm), SURNAME VIET GIVEN NAME NAM (USA 1989, Dokumentarfilm), NAKED SPACES LIVING IS ROUND (Westafrika 1985, Dokumentarfilm), REASSAMBLAGE (Senegal 1982, Dokumentarfilm).

USA 1989; Regie und Buch: Trinh T. Minh-ha; Kamera: Kathleen Beeler; Darstellerinnen: Khien Lai, Ngo Kim Nhuy, Tran Thi Bich Yen, Tran Thi Hien, Lan Trinh, Sue Whitfield; (16mm; Farbe und schwarz-weiß; 108 min; vietnamesiche-englische ORIGINALFASSUNG MIT ENGLISCHEN UNTERTITELN).