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OPERATION SPRING

R: Angelika Schuster, Tristan Sindelgruber

Im Mai 1999 wurden im Zuge der Polizeiaktion „Operation Spring” österreichweit über 100 Afrikaner mit dem Vorwurf des organisierten Drogenhandels verhaftet. In den folgenden Jahren entwickelt sich daraus das größte Justizverfahren gegen Afrikaner in Österreich. Fast alle Angeklagten werden verurteilt. Das gesamte Strafausmaß beträgt mehrere hundert Jahre Haft.
Angelika Schuster und Tristan Sindelgruber rollen im Dokumentarfilm OPERATION SPRING die damaligen Ereignisse auf, hinterfragen die Methoden im Gerichtsverfahren, die auf dem ersten „Großen Lauschangriff” aufbauten und stellen die Frage, ob die Angeklagten jemals eine Chance auf ein faires Verfahren hatten.
Anwälte, Verurteilte, Zeugen, Vertreter der Exekutive und ein Richter legen in Interviews ihre Ansichten des Prozessverlaufs dar. Schritt für Schritt werden die Hauptbeweismittel aus verschiedenen Blickwinkeln untersucht. Die Recherchen bringen sämtliche Ungereimtheiten ans Licht: Unstimmigkeiten in der Beweisführung, dubiose Beweismittel (z.B.: Aufnahmen von Überwachungskameras mit äußerst schlechter Bildqualität und anonyme Zeugen), die Verwischung der Gewaltenteilung zwischen Legislative und Exekutive, sowie der Einsatz eines nicht beeideten Übersetzers. „Je mehr solcher unsauberen Verfahrenspraktiken in Operation Spring zum Vorschein kommen, desto stärker wird die Vermutung, dass es in diesem Fall weniger um die Wahrheit als um den Erfolg einer Fahndungsmethode ging.”
(Dominik Kamalzadeh, Der Standard)
OPERATION SPRING ist ein spannender und aufschlussreicher Dokumentarfilm, der an der Glaubwürdigkeit des österreichischen Rechtsstaates zweifeln lässt. In diesem Zusammenhang lassen einen die immer lauter werdenden Rufe nach mehr Überwachung erschaudern.

Österreich 2005; Regie und Buch: Angelika Schuster, Tristan Sindelgruber; Kamera: Robert Angst; (35mm - von Beta übertragen; 1:1,85; Farbe; 95min; deutsch-englische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).