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HIROSHIMA MON AMOUR

R: Alain Resnais

Am 6. August 1945 wurde die Atombombe über Hiroshima abgeworfen, am 9. August über Nagasaki. Schon wieder eine Veranstaltung, die im Gedenkjahr 2005 einen Anlass sucht und findet? Aber: Hiroshima ist überall, so der Philosoph Günther Anders.
HIROSHIMA MON AMOUR, ein Meisterwerk der „Nouvelle Vague“, thematisiert die Notwendigkeit sowohl des Erinnerns als auch des Vergessens traumatischer Ereignisse. Alain Resnais führte Regie, Marguerite Duras schrieb das Drehbuch, doch ging die Zusammenarbeit der beiden bei der Realisierung des Filmes so weit, dass Duras gemäß manchen TheoretikerInnen als Co-Regisseurin fingierte.

Ein Hotelzimmer in Hiroshima, 12 Jahre nach der Bombe, 12 Jahre nach dem Krieg: zwei Menschen liebkosen einander, berühren nackte, unversehrte Haut, die nichts zeigt von den verwundeten Seelen darunter. Zeit scheint alle Wunden zu heilen. Noch weiß der Körper nichts von den Wunden des anderen, noch ist nichts gesprochen und irgendwann alles gesagt.
Die Liebesnacht zwischen der französischen Schauspielerin und dem japanischen Architekten – in dieser Stadt, deren entsetzliche Vergangenheit überall und zu jeder Minute gegenwärtig ist – und der nackte Körper des Geliebten rufen in der Französin schmerzliche Erinnerungen an ihre erste Liebesbeziehung mit einem deutschen Besatzungssoldaten wach. Die Liebenden suchen nach Worten für den erlebten Schmerz. Vergangenheit und Gegenwart, persönliche Geschichte und die Geschichte der Orte vermischen sich, und auch die Liebe dieser zwei Menschen droht bereits in Geschichte überzugehen.
Sie, die Französin, wird bald abreisen, er wird bleiben. 24 Stunden bleiben den beiden, um sich leidenschaftlich zu (ver)lieben, um sich in den Straßen Hiroshimas zu verlieren und wieder zu finden – 24 Stunden, um die Möglichkeit einer unmöglichen Liebe ins Auge zu fassen und wieder zu verwerfen. 24 Stunden, um nochmals zu erleben, was vergessen werden muss, wenn man überleben will.

New York Film Cirtics Circle Award 1960; Oscar-Nominierung (Bestes Drehbuch) 1961;

Frankreich/Japan 1959; Regie: Alain Resnais; Buch: Marguerite Duras; Kamera: Sacha Vierny, Takahashi Michio; Musik: Georges Delerue, Giovanni Fusco; DarstellerInnen: Emmanuelle Riva (Sie), Eiji Okada (Er), Bernard Fresson (deutscher Liebhaber), Stella Dassas (Mutter), Pierre Barbaud (Vater) u.a.; (35mm; Schwarzweiß; 90min; französische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).


  
Filmplakat