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Keine Spielzeit in dieser Woche


THEMROC

R: Claude Faraldo

„Si l´on n´épouse pas les questions, les doutes et les délires de la société, pas la peine d´être acteur."
„Wenn man die Fragen, die Zweifel und die Wahnvorstellungen der Gesellschaft nicht aufgreift, hat es keinen Sinn Schauspieler zu sein.” (Michel Piccoli)

Themroc ist Anstreicher in Paris. Jeden Morgen um 6 Uhr steht er auf, trinkt seinen Kaffee, fährt mit dem Fahrrad zur Métro, mit Tausenden anderen quer durch Paris zur Fabrik. Beim Fensterstreichen an der Außenfassade schaut er in die Büros der Chefetage. Dort rückt ein Chef seiner Se­­kre­tärin beim Diktat immer näher. Der Direktor schlägt Them­roc mit dem Kippfenster die Nase blutig. Und Themroc brüllt. Er brüllt und kreischt und bellt und lässt die Fabrik ein für allemal hinter sich. Was folgt, ist der vielleicht unterhaltsamste Amoklauf der Filmgeschichte: Themroc verweigert die gutbürgerliche Ordnung, ver­­wandelt seine Wohnung in einem Wohnsilo in Paris zur Höhle, reißt die Außenwand heraus, mauert die Wohnungstür zu und lebt fort­an in aller Öffentlichkeit seine archaischen Bedürfnisse aus, was schließ­lich auch seine Essgewohnheiten drastisch ändert. (nach filmladen.at)
Bei aller Gesellschaftskritik ist Michel Piccolis Figur des Themroc mehr als nur bemerkenswert: er ist kein Poser, der sich durch selbstgefällige Sätze als Retter der Menschheit inszeniert, sondern ein unauffälliger, langweiliger Mann. Sein Haaransatz schwindet, er lebt bei seiner Mutter. Kein Held also, sondern Galionsfigur des Widerstandes gegen die bürgerliche Un-Moral.

Frankreich 1973; Regie und Buch: Claude Faraldo; Kamera: Jean-Marc Ripert; Musik: Harald Maury; DarstellerInnen: Michel Piccoli, Beatrice Romand, Miou-Miou, Coluche, Patrick Dewaere u.a.; (35mm; Farbe; 110min; INTERNATIONAL VERSTÄNDLICHE FASSUNG).


  
Filmplakat