05/2005

2005-05-08
19.30 Uhr
DEUTSCHLAND, BLEICHE MUTTER
R: Helma Sanders-Brahms
Leokino 2



DEUTSCHLAND, BLEICHE MUTTER
Regie: Helma Sanders-Brahms
Einführung: Andrea Sommerauer (Historikerin und Journalistin)
Der Muttertag (mothering sunday) wurde 1644 erstmals urkundlich in England erwähnt: als Dankestag an die „Mutter Kirche“ und deren „Mutterschaft“. Die Wurzeln der Mutterverehrung liegen in vorchristlicher Zeit und sind im Zusammenhang mit dem Matriarchat zu sehen. Anfang des 20. Jahrhunderts startete die US-Amerikanerin Anna Jarvis eine Initiative für die Einführung eines offiziellen Feiertages zu Ehren der Mütter. Die Bewegung wuchs rasch an, der Muttertag wurde bereits 1909 in 45 Staaten gefeiert. In Deutschland wird der Muttertag seit 1922 gefeiert, in Österreich seit 1924. Ab 1933 wurde der Muttertag eng mit der Idee der germanischen Herrenrasse verknüpft und auf den 2. Sonntag im Mai festgesetzt, ab 1938 war es der 3. Sonntag im Mai. Sollten Frauen als Mütter im NS-Staat vorwiegend für die Expansion des deutschen Volkes sorgen, so bestand ihre Funktion in der Nachkriegszeit in der Reproduktion der vom Krieg stark dezimierten Bevölkerung. Ob im Dritten Reich oder in der BRD und in Österreich, scheint die Rolle der Frau gleichgeblieben zu sein! Frau-Sein wird auch heute oft mit Mutter-Sein gleichgesetzt, deshalb nimmt es nicht Wunder, dass der Muttertag in unseren Breiten wichtiger erscheint, als der Internationale Frauentag. Heuer fällt der Muttertag auf den 8. Mai und wieder wird die historische Verkettung mit der NS-Zeit deutlich: zwischen 7. und 9. Mai 1945 hat die Wehrmacht endgültig vor den Alliierten kapituliert. Dem Anlass entsprechend präsentiert kinovi[sie]on DEUTSCHLAND, BLEICHE MUTTER von Helma Sanders-Brahms.

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Das Projekt kinovi[sie]on wird unterstützt von Land Tirol (JUFF Frauenreferat) und Stadt Innsbruck (Referat Jugend, Frau, Familie).
In Kooperation mit Renner-Institut, SPÖ-Frauen Innsbruck, Die Grünen.



Frau und Film - zwei Wörter, die aus lautlichen Gründen eine Verbindung eingehen - eine Verbindung zwar, aber leider eine einseitige, eine von Anfang an verschobene: Frau und Film bilden ein ungleiches Paar: er (der Film) zeigt – sie (die Frau: von Garbo bis Kidman) wird gezeigt. Nach wie vor, so erweckt es den Anschein, hat sich an diesem Verhältnis (aktiv/passiv) und seinen Zuschreibungen (männlich/weiblich) kaum etwas verändert. Die Filmindustrie, vor allem die Bereiche Regie und Produktion, sind weit von einer Gleichstellung der Geschlechter entfernt.

kinovi[sie]on – ein Projekt des Otto Preminger-Instituts (Leokino/Cinematograph) – stellt seit dem Internationalen Frauentag 2005 einmal monatlich (jeweils am 8.) das Filmschaffen von Frauen in den Mittelpunkt. Der Filmzyklus kinovi[sie]on will nicht nur darauf aufmerksam machen, dass Frauen als Filmemacherinnen signifikant unterrepräsentiert sind, sondern vor allem dieser Tatsache entgegenwirken. Der so genannte „weibliche Blick“ wird nicht auf typische Themen fokussiert, sondern geweitet, gesplittert gesehen. kinovi[sie]on stellt ein Prisma dieses Blicks dar und bietet der oft kontroversiellen Vielfältigkeit des Filmschaffens von Frauen Raum. Einzelne Filmpräsentationen werden durch Impulsreferate und Publikumsdiskussionen in gesellschaftspolitische und filmtheoretische Zusammenhänge eingebettet und diskutiert.



Konzept, Umsetzung, Dokumentation: Gerlinde Schwarz und Gertraud Eiter
Kontakt: kinovisieon@leokino.at





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