Leitbild &
Geschichte

Das LEOKINO + CINEMATOGRAPH ist DAS Arthousekino in Innsbruck: Ein Ort, der die Welt auf die Leinwand holt, in all ihren Farben und Facetten und manchmal auch in Schwarz und Weiß. Das Otto Preminger Institut ist der Trägerverein der beiden Kinos, benannt nach dem österreichischen Hollywoodregisseur Otto Preminger, gegründet 1973.

Wir verstehen Kino nicht als Konsumgut, sondern als Kulturgut, ob Spielfilm oder Dokumentarfilm, Kurz- oder Langfilm: Unsere Filme laufen in ihren jeweiligen Originalsprachen mit Untertiteln. Die Bar bietet einen Ort für Gespräche – über Filme, über Gesellschaft, über die Welt. Bei Premieren und Filmgesprächen holen wir Filmschaffende und Filmexperten vor den Vorhang, um Einblicke in ihre Arbeit zu teilen und die Themen der Filme zu vertiefen.

Als einziges Kino in Tirol bemühen wir uns, Filme möglichst in ihrem Originalformat zu zeigen. Damit Bild und Ton so zur Geltung kommen, wie sie produziert wurden. Wir machen analoge Kinoprojektionen und Digital Cinema 4K. Ob 16mm-, 35mm- oder sogar 70mm-Filmstreifen, Magnetton, Lichtton oder digitaler Ton, wir spielen alles. Analoge Vorführungen verlangen technisches Know-how, ständige Wartung der Maschinen und besondere Begeisterung für Kinotechnik und Filmgeschichte.

Wir sind überzeugt: Gute Filme gehören ins Kino, in technisch hoher Qualität, mit vollem Surround-Sound, auf originalen Filmstreifen oder digital restauriert, projiziert auf die große Leinwand und für alle zugänglich.

Wir freuen uns auf deinen Besuch!

 

Das Otto Preminger Institut

Das Otto Preminger Institut wurde 1972 von Studierenden der Universität Innsbruck gegründet und nach dem exilierten österreichischen Hollywoodregisseur Otto Preminger (1905–1986) benannt. Ziel des Instituts war von Beginn an die Förderung einer anspruchsvollen, internationalen Filmkultur abseits des Mainstreams.

In den ersten Jahren bespielte das Institut wechselnde Standorte in Innsbruck, darunter das Olympiakino in der Höttinger Au, das „Cinecabinet“ am Marktgraben sowie einen Saal am Innrain (heute Basic Hotel), der 1980 behördlich geschlossen werden musste. Als Reaktion darauf entstand in einem Hinterhofgebäude in der Schöpfstraße im Stadtteil Wilten das Cinematograph, ein Kino mit 48 Sitzplätzen, das am 1. Mai 1981 eröffnet wurde. 1984 folgte die Eröffnung des heutigen Standorts in der Museumstraße 31.

1989 gründete das Institut einen eigenen Filmverleih. Von 1992 bis 1995 war das Cinematograph Austragungsort des America Film Festival, das im Kontext der internationalen Feiern zum „Columbusjahr“ 1992 ins Leben gerufen wurde. Ziel war es, dem Innsbrucker und Tiroler Publikum vor allem in Europa wenig bekannte lateinamerikanische Filmproduktionen näherzubringen. 1999 ging daraus das Internationale Film Festival Innsbruck hervor.

Das Leokino

1998/99 wurde das Leokino in der Anichstraße umfassend adaptiert und mit zwei Sälen ausgestattet. Seither wird es ebenfalls vom Otto Preminger Institut betrieben. Die Geschichte des Leokinos reicht bis an die Wende zum 20. Jahrhundert zurück und ist eng mit der katholischen Arbeiterbewegung in Tirol verbunden.

Der ursprüngliche Leosaal wurde 1901 als Vereinssaal des Katholischen Arbeitervereins für Innsbruck (KAVI) eröffnet und nach Papst Leo XIII. benannt, der mit seiner Sozialenzyklika die Grundlagen der modernen katholischen Soziallehre legte. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich wurde das Vermögen des KAVI beschlagnahmt, darunter auch der Leosaal. Nach 1945 erhielt der Verein die durch Bombenschäden und Plünderungen stark beschädigte Liegenschaft zurück. In der Folge entstand die Idee, den Saal in ein Kino umzuwandeln.

1956 wurde das Leokino mit 458 Sitzplätzen eröffnet und zunächst vom KAVI betrieben. 1978 ging es in Pacht an den Betreiber des Metropolkino über. Die grundlegende Restaurierung und Modernisierung erfolgte 1998/99 und machte das Leokino fit für den zeitgemäßen Kinobetrieb.

Heute ist das Leokino – neben dem Gartenbaukino in Wien – eines von nur zwei Kinos in Österreich, in denen noch 70-mm-Analogfilm vorgeführt werden kann. Damit verbindet es filmhistorische Tradition mit einem lebendigen, zeitgenössischen Programm.