Präventionskonzept

Gegen Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt

Das Otto Preminger Institut wurde 1972 in Innsbruck gegründet und ist eine zentrale filmkulturelle Institution mit Schwerpunkt auf dem audiovisuellen Kino- und Medienbereich. Es betreibt die beiden Innsbrucker Programmkinos CINEMATOGRAPH und LEOKINO mit insgesamt drei Kinosälen. Als einzige Programmkinos der Stadt bieten sie ein kuratiertes Filmangebot abseits des kommerziellen Mainstreams und legen besonderen Wert auf künstlerische Qualität, gesellschaftliche Relevanz und kulturelle Vielfalt.

Neben dem regulären Kinobetrieb organisieren und kuratieren CINEMATOGRAPH und LEOKINO Filmfestivals, thematische Filmreihen sowie Sonderveranstaltungen. Das Programm umfasst Retrospektiven und Klassiker der Filmgeschichte ebenso wie aktuelle Spiel-, Dokumentar- und Kinderfilme. Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit ist die Förderung der lokalen sowie der österreichischen Filmszene. Publikumsgespräche, Diskussionen und Begegnungen mit Filmschaffenden sind integraler Bestandteil des filmkulturellen Angebots. Die Filme werden überwiegend in Originalfassung mit deutschen Untertiteln präsentiert.

Mit diesem Präventionskonzept bekennt sich das Otto Preminger Institut zu einer klaren Haltung: Machtmissbrauch, sexualisierte Übergriffe, Diskriminierung und jede Form von psychischer oder physischer Gewalt haben keinen Platz in unserer Arbeit. Das Konzept dient der Sensibilisierung, Vorbeugung und dem Schutz aller Beteiligten.

 

Grundprinzipien

  • Respekt und Integrität – Alle Menschen haben Anspruch auf eine respektvolle, wertschätzende Behandlung.
  • Null-Toleranz-Politik – Jede Form von Machtmissbrauch, Diskriminierung oder sexualisierter Gewalt wird konsequent verfolgt.
  • Verantwortung teilen – Auch in projektbasierten Strukturen tragen alle Mitwirkenden Verantwortung.
  • Vertraulichkeit und Schutz – Meldungen über Grenzverletzungen werden vertraulich behandelt.
  • Transparenz und Fairness – Entscheidungen werden nachvollziehbar kommuniziert.

 

Organisationsstruktur und Verantwortlichkeiten

  • Gesamtverantwortung: Diese liegt bei der Geschäftsführung sowie dem Vorstand des Otto Preminger Instituts. Die gegenseitigen Verantwortlichkeiten sind durch die GFO festgelegt.
  • Interne Ansprechperson: Die Rolle der internen Vertrauensperson übernimmt die Obfrau/der Obmann des Otto Preminger Instituts.
  • Externe Vertrauensstelle: Kooperation mit unabhängiger Fachstelle (z. B. Weißer Ring Tirol oder vera* Vertrauensstelle).
  • Beratung im Verdachtsfall: Zusammenarbeit mit externen Expert:innen.

 

Präventive Maßnahmen

Die Einhaltung eines Verhaltenskodex, der insbesondere die Achtung persönlicher Grenzen, professionelle Distanz und Meldungspflicht bei Grenzverletzungen umfasst, wird von Mitarbeiter:innen schriftlich bestätigt und allen gastierenden Filmemacher:innen, Kooperationspartner:innen und Mitwirkenden empfohlen.

 

Vorgehen im Verdachts- oder Konfliktfall

  • Meldung: Jede Person kann Beobachtungen oder einen Verdacht formlos mitteilen. Erste Ansprechpartnerin ist in der Regel die Vertrauensperson.
  • Erstgespräch und Dokumentation: Vertrauliche Protokollierung
  • Externe Beratung: Einschätzung durch Fachstelle bzw. externe Expert:innen
  • Schutzmaßnahmen für die Person, deren Grenzen verletzt wurden: Trennung, Entbindung, ggf. Vertragsauflösung
  • Konsequenzen für die Person, die die Grenzen verletzt hat: Abmahnung, Vertragsauflösung, Behördenmeldung
  • Unterstützung der Betroffenen: Psychologische und rechtliche Hilfe

 

Kommunikation und Kulturentwicklung

Das Otto Preminger Institut bekennt sich öffentlich zu einer Kultur des Respekts. Informationen über das Präventionskonzept und Ansprechstellen werden auf der Website zugänglich gemacht.

 

Überprüfung und Weiterentwicklung

Das Konzept wird alle zwei Jahre überprüft und an gesellschaftliche Entwicklungen angepasst.