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World of Wong Kar-Wai


Prächtig restauriert in 4K kehren acht Filme des stilprägenden Hongkong-Meisters zurück ins Kino. In den 90er Jahren wurde Wong Kar-Wai mit seiner bestechenden Bildsprache, seiner sinnlichen Romantik, exquisiter Ausstattung und unvergesslichen Soundtracks zum Regie-Star des Weltkinos. Im Kinosommer 2021 lässt sein hypnotisches und schillerndes Œuvre in frisch restaurierter Bildgewalt die Kinoleinwände erneut erstrahlen.



Filmstill zu AS TEARS GO BY, Regie: Wong Kar-Wai
filmplakat

So 01.08.

um 20.20 Uhr

im Cinematograph

AS TEARS GO BY

WONG GOK KA MOON

R: Wong Kar-Wai / OmU

Wong Kar-wai‘s Erstlingswerk ist eine bemerkenswerte Mischung aus den klassischen Motiven des Gangstermelodrams mit einer Darstellungsweise, die man als „MTV-Ästhetik” bezeichnen könnte, und weist bereits alle Facetten seiner prägnanten Stilistik auf: Schillernd schöne Farben, ausgefeilte Kamerablicke, eine weit verzweigte anekdotische Erzählstruktur, pure Verspieltheit in Kombination mit philosophischer Nachdenklichkeit. Erzählt wird die Geschichte der Freundschaft zwischen dem abgebrühten Kleinkriminellen Ah Wah und Fly, einem Hitzkopf, der immer wieder Streitereien anzettelt, für die Wah einstehen muss. Die Freundschaft der beiden ist beinahe bedingungslos, aber sie verlangt ihren Preis – das Glück einer sich anbahnenden Liebesbeziehung zwischen Ah Wah und seiner Cousine Ngor. Verliebte Gangster, das weiß man seit Howard Hawks' SCARFACE, sind unvorsichtig und unkonzentriert – und Ah Wah ist müde, müde des Kämpfens und des Durchhaltens. (nach: Andreas Ungerböck)

Hongkong 1988; Regie und Buch: Wong Kar-Wai; Kamera: Andrew Lau; Musik: Danny Chung; DarstellerInnen: Andy Lau, Maggie Cheung, Jack Cheung u.a.; (DCP; 1:1,85; Farbe; Dolby SRD; 102min; ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).
Filmstill zu IN THE MOOD FOR LOVE, Regie: Wong Kar-Wai
filmplakat

Mi 04.08.

um 21.15 Uhr

im Open Air Kino im Zeughaus

IN THE MOOD FOR LOVE

FA YEUNG NIN WA

R: Wong Kar-Wai / OmU

Cool sind die Filme von Wong Kar-Wai, um die Verletzlichkeit seiner Helden zu tarnen. Das Hongkong der 60er Jahre: Zwei Paare ziehen ins selbe Haus. „Seine” Frau und „ihr” Mann, die man nie sieht, beginnen eine Affäre. Aus der Leidensgemeinschaft der Betrogenen wird eine traurige Liebesgeschichte, wie man sie schöner nicht erzählen kann. Maggie Cheungs hinreißende Kleider und Begegnungen im Stiegenhaus, dazu spielt ein schwermütiger Walzer, der all jene Gefühle artikuliert, für die die Liebenden keine Worte haben. So wird das Unglück des Paares zum Glück des Zuschauers. (nach: Peter Körte)

Hongkong 2000; Regie und Buch: Wong Kar-Wai; Kamera: Christopher Doyle, Mark Li Ping Bing; Musik: Michael Galasso; DarstellerInnen: Maggie Cheung Man-yuk (Su Lizhen), Tony Leung Chiu-wai (Chow Mowan), Rebecca Pan (Mrs. Suen), Lai Chen (Mr. Ho), Siu Ping-lam (Ah Ping) u.a.; (DCP; 1:1,66; Farbe; Dolby SRD; 98min; kantonesische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).
Goldene Palme für den besten Hauptdarsteller Tony Leung und Großer-Technik-Preis, Cannes 2000.

Filmstill zu DAYS OF BEING WILD, Regie: Wong Kar-Wai
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So 08.08.

DAYS OF BEING WILD

A-FEI ZHENGZHUAN

R: Wong Kar-Wai / OmU

Wong Kar-Wai‘s zweiter Film ist eine artifizielle Hommage an den französischen Existentialismus und beschreibt die Suche nach einer unbestimmten Idee von Geborgenheit. Auf melancholische Weise wird ein Beziehungsreigen erzählt, in dessen Zentrum immer wieder Yuddy, ein junger Playboy, auftaucht. Leslie Cheung spielt diesen Herumtreiber und Frauenhelden, der durch das Hongkong der frühen 60er Jahre streift, jenes Hongkong, das Wong aus seinen Kindheitserinnerungen rekonstruiert. Die Imbissverkäuferin So verliebt sich in Yuddy und beginnt eine Beziehung mit ihm. Allerdings nur kurz, denn Yuddy verlässt sie bald wegen eines Bargirls. Erstmals entfaltet Wong jenes vielschichtige Geflecht an Handlungselementen, das er später in FALLEN ANGELS auf die Spitze treibt. (nach: zoom 11/98; Andreas Ungerböck)

Hongkong 1990; Regie und Buch: Wong Kar-Wai; Kamera: Christopher Doyle; DarstellerInnen: Leslie Cheung, Andy Lau, Maggie Cheung, Carina Lau, Jacky Cheung u.a.; (DCP; 1:1,85; Farbe; 93min; ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).
Filmstill zu CHUNGKING EXPRESS, Regie: Wong Kar-wai
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Mi 11.08.

um 21.00 Uhr

im Open Air Kino im Zeughaus

CHUNGKING EXPRESS

CHUNG HING SAM LAM

R: Wong Kar-wai / OmU

Hongkong, eine Stadt zwischen unentwegtem Aufstieg und Fin de siècle, eingefangen in einem Gangsterdrama und einem Alltagsmärchen: Im Sha Tsui-Viertel herrscht rege Betriebsamkeit, Menschen strömen unaufhörlich durch die engen Korridore des Chungking Komplexes. Ein junger Kriminalpolizist mit der Dienstnummer 233 begegnet einer geheimnisvollen Frau mit blonder Perücke. „In 57 Stunden werde ich mich in diese Frau verlieben”, sagt Nr. 223. Die zweite Geschichte erzählt von Faye, die an einem Stand Fast-Food ausgibt und das Leben von Polizist Nr. 633 in die Hand genommen hat, was dieser aber nicht recht bemerkt.
„CHUNGKING EXPRESS ist ein Film wie ein Musikstück, ein irrer Trip ins ‚Heartbreak Hotel’. Angeregt ist der Film von amerikanischen B-Filmen der 50er und von der Nouvelle Vague der frühen 60er, von John Cassavetes, Jaques Demy und Tennessee Williams. In seiner Struktur erinnert er an Filme wie Tarantino‘s PULP FICTION oder SMOKE von Wayne Wang und Paul Auster. Ein Film, so schön und so labyrinthartig wie das Innere einer Music Box.” (Moviemento 5/96)

Hongkong 1994; Regie und Buch: Wong Kar-wai; Kamera: Christopher Doyle, Lau Wai-keung; Musik: Frankie Chan, Roel Garcia; DarstellerInnen: Lin Chin-hsia, Takeshi Kaneshiro, Tony Leung, Chiu-wai, Faye Wang u.a.; (DCP; 1:1,85; Farbe; 97min; ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).
Filmstill zu FALLEN ANGELS, Regie: Wong Kar-Wai
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So 15.08.

FALLEN ANGELS

DUOLUO TIANSHI

R: Wong Kar-Wai / OmU

Wong Kar-wai macht wieder einmal Hongkong zur Hauptdarstellerin in einem Episodengeflecht über Stillstände und Beschleunigungen, Beengtheit zwischen Menschenmassen und nächtlicher Einsamkeit, erhellende Blendungen und nutzlose Klarstellungen – ein Stadtporträt, einmal als Gangsterfilm, dann wieder als Liebeskomödie getarnt. Bereits seit 155 Tagen arbeitet „Killer” für „Agent”. Die Geschäfte könnten nicht besser laufen, doch Killer beginnt, sich Fragen über den beruflichen Kodex zu stellen. Agent (eigentlich eine Agentin) kümmert sich um seine Termine, beseitigt die Spuren nach seinen Einsätzen und scheint sich ein bisschen zu viele Sorgen um seinen Lebenswandel zu machen. Killer aber muss weiter, und statt einer Kündigung oder eines Liebesbriefs hinterlässt er eine Münze mit der Nachricht „Lied Nr. 1818 der Musicbox”. Der Titel des Songs lautet „Forget Him”. (nach: Filmcasino 16/1; Der Standard 11./12.1.97)

Hongkong 1995; Regie und Buch: Wong Kar-Wai; Kamera: Christopher Doyle; Musik: Frankie Chang, Roel A. Garcia; DarstellerInnen: Leon Lai Ming, Michelle Reis, Takeshi Kaneshiro, Charlie Young u.a.; (DCP; 1:1,85; Farbe; 96min; ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).
Filmstill zu HAPPY TOGETHER, Regie: Wong Kar-Wai
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So 22.08.

HAPPY TOGETHER

CHEUN GWONG TSA SIT

R: Wong Kar-Wai / OmU

Die zwei jungen Männer Lai und Ho hat es aus Hongkong nach Argentinien verschlagen, wo sie, pleite, ausgebrannt und ziellos, die Trümmer ihrer Beziehung „aufklauben” und nach einer Möglichkeit suchen, sie wieder zusammenzufügen. Doch die Isolation in der Fremde beschleunigt nur den üblichen Crashkurs angeschlagener Gefühle, ihre Leidenschaft verwandelt sich in eine manische Hassliebe. Wong Kar-wai erzählt, wie immer, nicht von glücklichen, sondern von vereinsamten, schwermütigen, traurigen Menschen. Er verzichtet darauf, den Motiven und Widersprüchen der Liebe von Lai und Ho auf den Grund zu gehen. Vielmehr löst er sie in explosive, melancholische und schmerzhaft schöne Bilder auf. Virtuos verwischt er die Grenzen zwischen Kitsch und Kunst und bewahrt sich bei allem Manierismus einen erfrischend subversiven Blick auf die Welt und ihre verlorenen Kreaturen. (nach: Die Zeit 19.9.97; profil 27.10.97; Standard 31.10.97)

Hongkong 1997; Regie und Buch: Wong Kar-Wai; Kamera: Christopher Doyle; Musik: Danny Chung; The Turtles; DarstellerInnen: Leslie Cheung, Tony Leung Chiu-wai, Chang Chen u.a.; (DCP; 1:1,85; Farbe und Schwarzweiß; 97min; ORIGINALFASSUNG – in Kantonesisch/Spanisch/Mandarin – MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).
Filmstill zu 2046, Regie: Wong Kar-Wai
filmplakat

Mi 25.08.

um 20.30 Uhr

im Open Air Kino im Zeughaus

2046

R: Wong Kar-Wai / OmU

Ein Film als Tagebuch einer Irrfahrt, so hat Wong Kar-Wai 2046, die Suche des von Tony Leung verkörperten Chow nach seiner verlorenen großen Liebe, beschrieben. Ein moderner Odysseus, zuhause nicht auf einem Schiff, sondern im Hotel, Gefangener seiner Gefühle und seiner Fantasie, wohnt Chow im Nachbarraum jenes Zimmers 2046, das ihn an sein vergangenes Glück mit Su Li-zhen gemahnt, schreibt an einem Roman, der ebenfalls 2046 heißt und lässt, auf der Suche nach der einen, alle seine Liebesaffären Revue passieren. Die engen Zimmer und Gänge des Hotel Oriental werden zu enigmatisch verschlungenen Wegen der Erinnerung, aber auch zu Liebesglück versprechenden, erotischen Orten, die der Regisseur wie ein sinnliches Gemälde komponiert. Räume und Dekor, Übergänge und Überblendungen sowie Farbschattierungen und Musik schaffen eine Atmosphäre, die diese Fortschreibung von IN THE MOOD FOR LOVE zu mehr als nur einem wunderbar ausgeleuchteten Tableau macht.

Hongkong 2004; Regie und Buch: Wong Kar-Wai; Kamera: Christopher Doyle, Lai Yiu-fai, Kwan Pun-leung; Musik: Peer Raben, Shigeru Umebayashi; DarstellerInnen: Tony Leung, Gong Li, Takuya Kimura, Faye Wong u.a.; (DCP; 1:2,35; Farbe; Dolby SRD; 127min; kantonesisch-japanische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).

Filmstill zu EROS – THE HAND, Regie: Wong Kar-Wai
filmplakat

So 29.08.

EROS – THE HAND

R: Wong Kar-Wai / OmU

Wong Kar-Wais Beitrag zur Kurzfilmtrilogie Eros spielt wie In the Mood for Love im Hong Kong der 1960er, doch seine Figuren könnten nicht verschiedener sein von den zurückhaltenden Liebenden des früheren Filmes. Der Kurzfilm erzählt die Geschichte von Zhang, dem schüchternen Assistenten eines Schneiders, der sich in der Faszination für eine mysteriöse Kundin verliert. Es entfaltet sich eine hypnotische Erzählung über Obsession, Repression und Klassenunterschiede. In der Retrospektive World of Wong Kar-Wai ist THE HAND zum ersten Mal im Extended Cut zu sehen!

USA/Hongkong 2004; Regie: Wong Kar-Wai; Darsteller*innen: Gong Li, Robert Downey Jr., Chang Chen, Alan Arkin u.a.; (DCP; 1:1,78; Farbe; 56min; mandarin ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).