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DIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED

R: Lotte Reiniger

/ Kinderfilm empfohlen ab 4 Jahren

DIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED ist ein zauberhaftes Märchen – für große und kleine FilmliebhaberInnen – nach Motiven aus „Tausend und einer Nacht” als Silhouetten-Trickfilm inszeniert.
Prinz Achmed – unterwegs auf einer langen, abenteuerlichen Reise auf einem fliegenden Zauberpferd – verliebt sich auf der Insel Wak-Wak in die Fee Pari Banu. Ein böser Zauberer entführt die geliebte Fee und bringt sie dem Kaiser von China als Sklavin. Gemeinsam mit der guten Hexe begibt sich Prinz Achmed auf die Suche nach Aladins Wunderlampe, um Pari Banu zu retten.
Lotte Reiniger (1899-1981) gilt weltweit als wichtige Pionierin des Films. DIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED, der erste abendfüllende Trickfilm der Filmgeschichte, zählt heute zu den bedeutendsten Werken der Filmgeschichte. Lotte Reiniger inszenierte diesen Film als Silhouetten-Trickfilm – eine von ihr erfundene Technik. Dabei werden Figuren aus schwarzem Papier und Drahtscharnieren auf einer von unten beleuchteten Glasplatte bewegt. Eine über dem Tricktisch angebrachte Kamera hält die Bewegungen einzeln fest. DIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED ist also in Handarbeit (ca. 100.000 Einzelbilder) entstanden. Für die Fertigstellung des Filmes benötigten Lotte Reiniger und ihr Team drei Jahre. Bei kinovi[sie]on ist eine neue und vom Deutschen Filmmuseum aufwändig restaurierte Filmkopie der ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED zu sehen. Cordula Bösze und Günther Gessert werden durch ihre Musik diesen unvergesslichen Stummfilm auf magische Art und Weise zum Sprechen bringen.
DIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED wurde von der Online Film Critics Society (2003) als einziger deutscher Animationsfilm unter die „100 besten programmfüllenden Trickfilme aller Zeiten“ gewählt.

Lotte (Charlotte) Reiniger (1899-1981): geb. in Berlin-Charlottenburg; schon als Kind interessierte sie sich für drei Dinge, die ihr ganzes Leben bestimmen sollten: Silhouettenschneiden, Theater und Kino. 1916-17 Besuch der Schauspielschule, daneben Statisterie am Deutschen Theater. Es entstehen Schauspieler-Silhouetten, u.a. von Wegener, der ihr 1916 eine erste Filmarbeit gibt. Lotte Reiniger entwickelt Silhouetten fürs Theater, sie dreht Werbefilme und unzählige Animationsfilme, z.B: Scherenschnitte zu Brechts „Drei-Groschen-Oper“ (1926), DIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED (D 1923-1926) - der erste abendfüllende Animationsfilm. Von 1936 – 1944 lebte Lotte Reiniger in Endland, Südfrankreich und Rom. Nach kurzer Zeit in Berlin zieht Reiniger wieder nach England. Ab den 1960er-Jahren wirkt Reiniger verstärkt für das Theater, stellt Schattenspiele für Zwischenspiele her, illustriert Bücher und schreibt „Shadow Theatre and Shadow Films“ (1969/70). 1971 entstehen 146 Scherenschnitte zu Mozart-Opern. Während der Kino-Ausstellung „Licht Träume und Schatten Bilder“ des Filminstituts in Düsseldorf dreht Reiniger im September 1980 an ihrem Original-Tricktisch den 8-minütigen Animationsfilm „Die vier Jahreszeiten“.
Im Herbst 1980 zieht Reiniger nach Dettenhausen bei Tübingen zu der befreundeten Familie des Pfarrers und Schattenspielers Alfred Happ. Lotte Reiniger stirbt am 19. Juni 1981 in Dettenhausen.
1992 wird in Tübingen das Lotte Reiniger-Museum eröffnet.
Filmographie (Auswahl): DAS ORNAMENT DES VERLIEBTEN HERZENS (1919), DER FLIEGENDE KOFFER (1920/1921), DORNRÖSCHEN (1922), DIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED (1923-1926), ZEHN MINUTEN MOZART (1930), HARLEKIN (1931/1932), CARMEN (1933), DR. DOOLITTLE UND SEINE TIERE (1933), PAPAGENO (1935), DIE GOLDENE GANS (1944), DER VERLORENE SOHN (1974), DIE VIER JAHRESZEITEN (1980/1981)

Detaillierte Biografie und Filmografie: siehe www.filmportal.de

Deutschland 1923-1926; Regie, Drehbuch (nach Motiven des orientalischen Märchens „1001 Nacht“) & Animation: Lotte Reiniger; Mitarbeit: Walter Ruttmann, Bertold Bartosch, Alexander Kardan, Walter Türk; Aufnahmeleitung: Carl Koch; Kamera: Franz Meinecke; (35 mm; 1:1,33; s/w; stumm; 65min)