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LA VÉRITÉ

R: Hirokazu Kore-eda

Aus dem Rahmen fallende Familienbeziehungen stehen immer wieder im Zentrum der Filme des Ausnahmeregisseurs Hirokazu Kore-eda: zuletzt etwa in LIKE FATHER, LIKE SON sowie dem Goldene-Palme-Gewinner SHOPLIFTERS. Seinem Lieblingsthema bleibt der japanische Filmemacher nun auch bei seiner ersten Produktion außerhalb seiner Heimat treu – und zwar, ohne sich in LA VÉRITÉ einfach nur zu wiederholen. Getragen von zwei französischen Leinwandlegenden gelingt Hirokazu Kore-eda das Kunststück, im selben Moment die Magie des großen französischen Schauspieler-Kinos zu feiern und trotzdem eine unglaublich intime, oft wunderbar humorvolle Geschichte zwischen Wahrheit und erfundener Wahrheit zu erzählen. (nach: filmstarts.de)
Auch wenn Fabienne inzwischen in die Jahre gekommen ist, genießt die Schauspielerin doch immer noch großen Ruhm. Warum also nicht eine Autobiografie schreiben, um ein wenig aus ihrem Leben zu erzählen? Ihre Tochter Lumir, die in den USA als Drehbuchautorin arbeitet und mit dem Schauspieler Hank verheiratet ist, ist jedoch wenig angetan von dem Buch. Dabei stört sie weniger, wie ihre Mutter aus dem Nähkästchen plaudert, vielmehr sind es die zahlreichen Verfälschungen, mit denen sie so ihre Probleme hat, vor allem mit der Behauptung Fabiennes, eine liebevolle Mutter gewesen zu sein. Also reist sie mit ihrer Familie nach Paris, um einiges klarzustellen.
Hirokazu Kore-eda denkt in LA VÉRITÉ nicht nur über Familie, sondern auch über das Geschichtenerzählen an sich nach. Nicht nur Filme, auch das Buch von Fabienne und die Drehbücher von Lumir sind Geschichten. Selbst Erinnerungen, das wird mit der Zeit klar, sind Geschichten, die wir uns bewusst oder unbewusst zusammenstellen. War Fabienne eine Rabenmutter oder war sie es nicht? Eine definitive Antwort liefert Hirokazu Kore-eda nicht, so wie das Leben oft keine definitiven Antworten zulässt. Da wird geflunkert, ein bisschen ausgeschmückt, an anderen Stellen weggelassen. Die Wahrheit, die Fabienne in ihrem Buch für sich reklamiert, sie ist jedenfalls immer nur eine Version von vielen. (nach: filmrezensionen.de)

Frankreich/Japan 2019; Regie & Buch: Hirokazu Kore-eda; Kamera: Eric Gautier; Schnitt: Hirokazu Kore-eda; DarstellerInnen: Catherine Deneuve (Fabienne), Juliette Binoche (Lumir), Ethan Hawke (Hank) u.a.; (DCP; 1:1,85; Farbe; 107min; französisch-englische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).


  
Filmplakat