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LES INVISIBLES

DER GLANZ DER UNSICHTBAREN

R: Louis-Julien Petit

Louis-Julien Petit nimmt sich der Frauen an, die verloren haben: ihre Arbeit, ihr Zuhause, ihren Platz innerhalb der Gesellschaft, nicht aber ihre Geradlinigkeit, ihre Kraft und ihre Würde. Sie sind unsichtbar, genau wie die Frauen, die sich täglich ihrer annehmen. Die Hoffnung und Unterschlupf bieten wollen, die mit all ihrer Kraft daran arbeiten, die Lebensumstände derer, die verloren haben, zu verbessern. Die Probleme in ihrer ganzen Härte werden schnell klar, als ein behördliches „Evaluierungsteam” die Sozialarbeiterinnen darüber informiert, dass ihre Tagesbetreuung nicht „rentabel” ist, weil die Wiedereingliederungsrate zu niedrig sei. Mit unermüdlicher Hingabe und aus Verzweiflung geborener Kreativität gehen sie daran, diese Rate schnellstmöglich zu erhöhen. Daraus schöpft der Film seinen Humor. Denn es ist keineswegs ein nur trauriges, nicht enden wollendes Sozialdrama, das die Schauspielerinnen und Laiendarstellerinnen vor uns entfalten. Mit Witz und Esprit drehen die Sozialarbeiterinnen noch einmal voll auf, um die Schließung der Tages-Stätte zu verhindern. Oder wenigstens der Unsichtbarkeit zu entgehen.
In dem großartigen Ensemble füllt jede Frau ihren Platz aus: „Frauen voller Widersprüche, die einen verzaubern und zur Verzweiflung bringen können: Filmheldinnen.” Louis-Julien Petit über die Arbeit mit den Schauspielerinnen und den Laiendarstellerinnen. (th)
„Eine kraftvolle, ermutigende Sozialkomödie, eine mitreißende Geschichte von Solidarität und erwachendem Selbstbewusstsein (…) Alles stimmt hier. Das Ensemble der vier unwiderstehlichen Widerstandskämpferinnen, (…) und an ihrer Seite entdecken wir ‚Dalida’, ‚Edith Piaf’ und ein Dutzend anderer Frauen, die das Leben auf der Straße kennen und hier ihre erste Rolle spielen. Louis-Julien Petit hat das Aufblühen dieser Frauen mit Humor inszeniert und mit Herz gefilmt, in stimmiger Balance zwischen Feel-Good-Movie und engagiertem Kino.” (Télérama)
„(…) Hier können wir dabei zusehen, wie sich die Hierarchie unter professionellen und nichtprofessionellen Schauspielerinnen vor unseren Augen auflöst. Wie in jener Szene, in der Audrey und ihr Bruder eine neue Waschmaschine ins Tageszentrum bringen, wo eine der betreuten Frauen inmitten der von ihr reparierten Waschmaschinen sitzt und mit der Souveränität und dem Timing eines Coluche sagt: ‚Es war die Dichtung.’” (Le Monde)

Frankreich 2018; Regie: Louis-Julien Petit; Buch: Louis-Julien Petit, auf Grundlage des Romans von Claire Lajeunie; Kamera: David Chambille; Musik: Laurent Perez Del Mar; Ausstattung: Arnaud Bouniort; DarstellerInnen: Audrey Lamy (Audrey Scapio), Corinne Masiero (Manu), Noémie Lvovsky (Hélène), Patricia Mouchon („Edith Piaf”), Patricia Guery („La Cicciolina”), Fedoua Laafou („Salma Hayek”), Marianne Garcia („Lady Di”) u.a.; (DCP; 1:2,35; Farbe; 103min; französische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).


  
Filmplakat