filmstill
Fr
10
Sa
11
So
12
Mo
13
Di
14
Mi
15
Do
16

Keine Spielzeit in dieser Woche


J’ACCUSE

J’ACCUSE - INTRIGE

R: Roman Polanski

Am 5. Januar 1895 wird der junge jüdische Offizier Alfred Dreyfus wegen Hochverrats in einer erniedrigenden Zeremonie degradiert und zu lebenslanger Haft auf die Teufelsinsel im Atlantik verbannt. Zeuge dieser Entehrung ist Marie-Georges Picquart, der kurz darauf zum Geheimdienstchef der Abteilung befördert wird, die Dreyfus der angeblichen Spionage überführte. Anfänglich überzeugt von dessen Schuld kommen Picquart Zweifel, als weiterhin militärische Geheimnisse an die Deutschen verraten werden.
In Polanskis neuem Film ist nicht das Opfer der Protagonist, sondern der gewissenhafte Ermittler. Jean Dujardin spielt diesen Major Picquart mit unbewegtem Gesicht und militärisch durchgedrücktem Rücken. Als Picquart das Kommando über den Geheimdienst übernimmt und Schludrigkeiten, Vertuschungen entdeckt, überführt er ein System, das sich selbst reproduziert, seinen Nationalismus, Korpsgeist, Antisemitismus. Man glaubt den Muff im lichtlosen Geheimdienstquartier zu riechen. In diesen für Polanski typischen klaustrophobischen Räumen wirkt das ständige Salutieren wie eine Geste der Selbstberuhigung.
Präzise veranschaulicht werden die Methoden des Geheimdienstes: Grafologie, Beschattung, gestohlene Briefe, Abhörrohre. Als sich der Apparat gegen den Enthüller wendet, offenbart sich die kühle Gegenwärtigkeit des Films. Polanskis J’ACCUSE zeigt die Manipulation von Öffentlichkeit, den Machtmissbrauch durch Institutionen, die Mobilisierung des Ressentiments. (aus: Katja Nicodemus, DIE ZEIT)

Italien/Frankreich 2019; Regie: Roman Polanski; Buch: Robert Harris & Roman Polanski; Kamera: Pawel Edelmann; DarstellerInnen: Louis Garrel (Alfred Dreyfus), Emmanuelle Seigner (Pauline Monier), Grégory Gadebois (Henry), Jean Dujardin (Colonel Georges Picquart); Mathieu Amalric (Bertillion) u.a.; (DCP; 1:1,85; Farbe; 132min; französische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).


  
Filmplakat