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Keine Spielzeit in dieser Woche


WILD NIGHTS WITH EMILY

R: Madeleine Olnek

Nach einer verrückten Reise in die utopische Zukunft mit der Low-Budget-Komödie CODEPENDENT LESBIAN SPACE ALIEN SEEKS SAME (kinovi[sie]on 2012), korrigiert Madeleine Olnek den Blick der Nachwelt auf eine der wichtigsten Dichterinnen Amerikas. „Ein Biopic der anderen Art: das Leben der Dichterin Emily Dickinson wird hier in einer Weise erzählt, die ihre Sexualität als lustvoll gelebte Praxis ebenso explizit werden lässt wie den erotischen Gehalt ihrer literarischen Arbeiten – garniert mit viel Witz und Ironie.“ (Queertactics)
Emily Elizabeth Dickinson (10.12.1830 – 15.5.1886) schrieb mehr als 1700 Gedichte, von denen zu Lebzeiten nur sieben veröffentlicht wurden. Das Bild einer (von den Männern) enttäuschten, zurückgezogen lebenden, hypersensiblen und mysteriösen Dichterin, der nichts an einer Veröffentlichung lag, wird durch WILD NIGHTS WITH EMILY vollkommen auf den Kopf gestellt. Emily Dickinson führte eine leidenschaftliche Beziehung mit ihrer Jugendfreundin und späteren Schwägerin Susan Gilbert, mit der sie bis zum Tod in engster Nachbarschaft und innigster Freundschaft beinah zusammenlebte. Viele (Liebes-) Gedichte waren direkt an Susan gerichtet, zärtliche Widmungen, die von posthumen Verleger_innen wortwörtlich ausradiert worden waren, um keinen Skandal zu erregen. „Basierend auf Dickinsons rekonstruierten Briefen, handelt Madeleine Olneks lustvolle Komödie von einer quicklebendigen Dichterin, die ihrer Zeit und vor allem der männlich dominierten Literaturwelt um Längen voraus war. Der Film erzählt zudem beispielhaft, wie eine lesbische Lebensgeschichte bewusst umgeschrieben wurde, um in ein heteronormatives Narrativ zu passen.“ (queerfilmfestival.net)
Auszeichnungen: Best Actress – FilmOut Festival Award (San Diego, USA 2018); Best SHOUT Narrative Feature – Sidewalk Film Festival 2018; US in Progress Award – Champs Élysées Film Festival 2017

USA 2018; Regie & Buch: Madeleine Olnek; Kamera: Anna Stypko; Schnitt: Lee Eaton, Anthony Clemente; Ton: Bumi Hidaka; Musik: Karl Frid, Pär Frid, Kenny Wang; Darsteller_innen: Molly Shannon (Emily Dickinson); Susan Ziegler (Susan Dickinson, geb. Gilbert); Amy Seimetz (Mabel Todd), Brett Gelman (C.Th. W. Higginson) u.a.; (DCP; 16:9; Farbe; 84min; englische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).


  
Filmplakat