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DEUTSCHSTUNDE

R: Christian Schwochow

   OmU

Nachkriegszeit, Deutschland Anfang der 1950er: Der Aufsatz in der Deutschstunde zum Thema „Die Freuden der Pflicht” will dem als schwer „erziehbar” eingestuften Siggi Jespen in der „Besserungsanstalt”nicht gelingen, was ihm Einzelverwahrung einbringt – bis die Aufgabe erledigt ist. Dabei brechen in Rückblenden Erinnerungen aus Siggi heraus, Erinnerungen an die Kindheit in Schleswig-Holstein in den Kriegsjahren des Zweiten Weltkriegs, an seinen Vater Jens Ole Jepsen – ein Polizist, der streng war und der dem NS-Regime in pflichtgetreuem Gehorsam diente, und an den befreundeten Maler Max Ludwig Nansen, der eines Tages nicht mehr malen durfte, weil seine Kunst von denen in Berlin als „krank” bezeichnet wurde. Daran, dass Siggis Vater seinen Sohn benutzen wollte, den expressionistischen Maler zu überwachen und auszuspionieren. An die Gewissenskonflikte, und an das Verstecken einiger der verbotenen Bilder, was schließlich zu seinem Aufenthalt in der Anstalt führte.
1968 erscheint Siegfried Lenz’ erfolgreichster Roman „Deutschstunde”– im gesellschaftlichen Umfeld der 68er, die Studentenproteste auf dem Höhepunkt. Autoritäten werden infrage gestellt und die junge Generation prangert das anhaltende Schweigen der Väter über die NS-Zeit an und fordert eine Aufarbeitung der jüngeren deutschen Geschichte. Ist „Deutschstunde” heute noch aktuell? Nachkriegsromane verblassen oft mit den Jahren und geraten in Vergessenheit?
Regisseur Christian Schwochow ist das Wagnis einer Neuverfilmung eingegangen: dabei habe man die Erzählung „sehr ernst genommen – die Geschichte von Siggi, der zwischen zwei Vaterfiguren steht, die wie Kriegsparteien aufeinander losgehen und ihn in eine moralisch unlösbare Situation bringen, und das Kind entscheidet, lernt Widerstand zu leisten”. Das sei das, was ihn interessiere „in einer Zeit, in der Widerstand fehlt in Anbetracht der politischen Situation in Deutschland, in Europa, überall in der Welt”, sagt Schwochow. Er spricht von einer „rechten Revolution, die längst politischer Mainstream ist. Wir sind in einer Art Koma gefangen, es passiert ganz wenig Gegenwehr. Und deswegen hat mich diese Geschichte umso mehr interessiert, eines Jungen, der in den Widerstand geht”.
(nach: ln-online.de; fbw-filmbewertung.com; filmstarts.de)

Deutschland 2019; Regie: Christian Schwochow; Buch: Heide Schwochow, nach dem Roman von Siegfried Lenz; Kamera: Frank Lamm; Musik: Lorenz Dangel; DarstellerInnen: Ulrich Noethen (Jens Ole Jepsen), Tobias Moretti (Max Ludwig Nansen), Levi Eisenblätter (Siggi Jepsen), Tom Gronau (Siggi Jepsen als Erwachsener), Johanna Wokalek (Ditte Nansen) u.a.; (DCP; Farbe; 130min).


  
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