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TEL AVIV AL HAESH

TEL AVIV ON FIRE

R: Sameh Zoabi

   OmU

Ein grenzgehender Tunichtgut, eine schwülstige Telenovela nach amerikanischem Vorbild und eine Liebesgeschichte, dazu ein gelangweilter Grenzpostenkommandant mit romantischen Anwandlungen – überraschenderweise das Rezept für eine wirklich witzige, manchmal ein bisserl böse, Komödie. (th)
Mit dieser köstlichen Komödie nimmt der palästinensische Regisseur Sameh Zoabi, der unter anderem in Tel Aviv studiert hat, den Nahostkonflikt aufs Korn. Der Filmheld Salam muss täglich den Grenzübergang zwischen Israel und den Palästinensischen Autonomiegebieten passieren, um zur Arbeit zu gelangen. Dort ahnt niemand, warum er sich immer mehr in das Drehbuch der beliebten palästinensischen Fernseh-Seifenoper „Tel Aviv on Fire” einmischt, so dass er als Neffe des Produzenten bald schon vom Berater zum Autor aufsteigt.
Die Serie, in der es um Spionage und ein Liebesdreieck am Vor­abend des Sechstagekriegs geht, verändert unter Salams Einfluss aber ihr Gesicht. Die Machtverhältnisse in der Region offenbaren sich am Checkpoint, aber die bissige Kritik, die der Film daran übt, sind in eine witzige und auch versöhnliche Handlung verpackt. Salam muss sich durchlavieren und Assi, seinen Onkel, die Filmdiva Tala, die die Spio­nin spielt, bei Laune halten. Dabei entsteht pointierte, entlarvende Situationskomik und es kommt zu schrägen Szenen, wenn filmische Fiktion und Realität immer wieder unmittelbar miteinander verschmel­zen.
TEL AVIV ON FIRE treibt auch seine Scherze mit der Theatralik und dem Pathos US-amerikanischer Seifenopern. So treffen in der gleichnamigen TV-Serie des Films kitschige Dialoge und inhaltliche Klischees auf künstlich verstärkte Pastellfarben und übertriebene Kamerabewe­gungen. (aus: cineman.ch; spielfilm.de)

Lux/Israel/Belgien 2019; Regie: Sameh Zoabi; Buch: Dan Kleinman & Sameh Zoabi; DarstellerInnen: Kamera: Laurent Brunet; Musik: André Dziezuk; DarstellerInnen: Kais Nashif (Salam Abbass), Lubna Azabal (Tala / Manal aka Rachel), Yaniv Biton (Captain Assi Tzur), Maisa Abd Elhadi (Mariam) u.a.; (DCP; 1:2,39; Farbe; 100min; arabisch-hebräische ORGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).


  
Filmplakat