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CHRISTO – WALKING ON WATER

R: Andrey Paounov

„Unsere Werke sind alle total nutzlos”, gibt der Ausnahmekünstler Christo unumwunden zu, „wir schaffen sie nur, weil wir sie gerne anschauen möchten”. Mit seinen spektakulären „Floating Piers” im nord­italienischen Iseo-See sorgte der agile 81-Jährige freilich dafür, dass die Besucher nicht nur staunend vor seinem gigantischen Kunst­werk standen. Fasziniert von seiner Idee „über Wasser zu wandeln” spazierten Besucher aus aller Welt über drei Kilometer lange schwimmende Stege, die mit gelb-orange schimmerndem Gewebe überzogen waren.
Im Nachhinein auf der Leinwand die turbulente Entstehungs­ge­schichte dieses gigantischen Kunstwerks miterleben zu können, ist auch eine besondere Erfahrung. Denn Regisseur Andrey Paounov gelingt es ohne autoritäre Erzählerstimme ein unterhaltsames soziologisches Fresko zu schaffen. Dramaturgisch geschickt inszeniert er aus mehr als 700 Stunden Filmaufnahmen einen eindrucksvollen, authentischen Count-Down. Und so fiebert man förmlich mit, ob Christo, der wie kein zweiter Künstler an der Entgrenzung der Gegenwarts­kunst arbeitete, seine spektakuläre Idee wirklich umsetzen kann. Denn Hürden und heikle Verwicklungen gibt es genug – auch nach der Eröffnung!
Den kapitalistischen Kunstmarkt bedient der einst aus dem kommunistischen Bulgarien geflohene Künstler sehr souverän und reell. Schließlich muss seine „Kunstware” sein nächstes Projekt finanzieren. Der Sohn eines Chemikers finanziert seine teuren Aktionen ausschließlich durch den Verkauf von Originalzeichnungen bis zum Be­ginn seiner Kunstshow. Auch bei den „Floating Piers” bezahlt er die rund 13 Millionen Euro quasi aus eigener Tasche.
(nach: programmkino.de)

Italien/USA/Deutschland 2018; Regie: Andrey Paounov; Kamera: Martina Cocco, Simone D’Arcangelo, Pietro Daviddi u.a.; Schnitt: Andrey Paounov, Anastas Petkov; (DCP; Farbe; 105min; englische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).


  
Filmplakat