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Keine Spielzeit in dieser Woche


SE ROKH

DREI GESICHTER

R: Jafar Panahi

Mit einem verwackelten Handy-Video beginnt der Film: Eine verzweifelte Filmstudentin wendet sich mit einem Hilferuf an den Film- und Serienstar Behnaz Jafari. Wir KinozuschauerInnen erkennen auch nicht mehr als Jafari und Panahi, die gerade in Teheran an einem gemeinsamen Projekt arbeiten. Anscheinend ist das Mädchen in einer Höhle irgendwo in den Bergen, die letzten Einstellungen ihrer Handy-Botschaft zeigen ein Seil, mit dem sie sich das Leben nehmen will.
Jafari und Panahi, die sich im Film selbst spielen, machen sich auf den Weg in die Berge. Ein sehr ungleiches Duo: Sie ist der kapriziöse Star, die wo auch immer sie hinkommt, sofort von Autogrammjägern um­lagert wird, er ist dagegen der nüchterne Beobachter, häufig grum­­melnd und müde, der die Welt der Dorfbewohner mit liebevoll-ironischem Blick betrachtet.
Panahi befindet sich den Großteil des Filmes hinter dem Steuer eines Autos, wie bereits in seinem Vorgängerwerk TAXI – dieses Mal ist er aller­dings nicht als Taxifahrer unterwegs, sondern als Reisebegleiter und Detektiv. Beiden Filmen ist jedoch ein metareferenzieller Zugang zu einer sozialkritischen Thematik gemein, in dem die Grenzen zwischen Dokumentation und Fiktion zu verschwimmen scheinen.
SE ROKH behandelt neben dem mysteriösen Verschwinden eines Mäd­chens auch die Stellung der Frau in der iranischen Gesellschaft, be­zogen vor allem auf die Filmbranche. Formen des Widerstandes wer­­­den hier sichtbar anhand dreier Generationen an Frauen: die Schau­spielerin Behnaz Jafari, die junge zukünftige Schauspielschülerin Marziyeh und der ehemaligen Filmstar Sharzad demonstrieren, dass The­men wie Selbstbestimmung und Freiheit auch heutzutage noch Privilegien sind. (aus: uncut.at; daskulturblogcom )
„Jafar Panahi nimmt uns in seinem liebevollen Roadmovie DREI GE­SICHTER erneut mit auf eine pointenreiche Fahrt durch seine Hei­mat. Mit Humor und Herzlichkeit gelingt dem iranischen Regisseur ein hoffnungsvolles Plädoyer für Freiheit und Menschlichkeit, das aktueller und globaler nicht sein könnte. Ein intelligentes Kinovergnügen, das in Can­nes die Palme für das Beste Drehbuch gewann.” (filmladen.at)

Iran 2018; Regie: Jafar Panahi; Buch: Nader Saeivar & Jafar Panahi; Kamera: Amin Jafari; DarstellerInnen: Behnaz Jafari, Jafar Panahi, Marziyeh Rezaei, Mae­deh Erteghaei, Narges Delaram; (DCP; 1:1,85; Farbe; 100min; teils aserbaidschanische ORIGINALFASSUNG – teils in Farsi – MIT DEUTSCHEN UN­TERTITELN).


  
Filmplakat