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Keine Spielzeit in dieser Woche


JOY

R: Sudabeh Mortezai

Irgendwo in Afrika: Eine junge Frau macht sich auf den Weg nach Europa, es wird ein Ritual vollführt, das sie beschützen soll. Im nächsten Augenblick ist sie schon in Wien, auf einem öden Straßenstrich ohne Aussicht auf einen Funken mehr als nacktes Überleben. Pre­­cious, erst seit kurzem in der Stadt, ist Joy begegnet, einer schmerz­haft ambivalenten Mentorin, deren Handlungsspielräume auch erst einmal erkämpft werden mussten.
JOY erzählt die Geschichte einer jungen Frau aus Nigeria, die im Teufelskreis von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung gefangen ist. Joy arbeitet in Wien als Prostituierte, um sich von ihrer Zu­hälterin freizukaufen, ihre Familie in Nigeria zu unterstützen und ihrer kleinen Tochter eine Zukunft zu sichern. Die Freiheit scheint für Joy in greifbarer Nähe, als ihr ihre Zuhälterin die Kontrolle über Precious übergibt, ein junges Mädchen aus Nigeria, das sich nicht in sein Schick­­sal fügen will.
Der Film gibt Einblick in das Leben von Frauen, die Opfer von Men­schenhandel wurden und nimmt dabei durchgängig die Perspek­tive der Frauen ein. Er zeigt die privaten Momente, den alltäglichen Kampf, die komplexen Machtbeziehungen, und auch die Stärke und Würde dieser Frauen, die auf Europas Straßenstrichen arbeiten. Dabei offenbart der Film ein System der Ausbeutung, in dem die Grenzen zwischen Ausbeuterin, Komplizin und Opfer fließend sind.
Bei der Weltpremiere in Venedig in der Sektion Giornate degli autori wurde JOY von Europa Cinemas als Bester Europäischer Film gewürdigt. Es folgten der Hauptpreis im Wettbewerb für den besten Spielfilm beim BFI London Film Festival und der Silberne Hugo beim Chicago International Film Festival. Bei der Viennale gewann der Film den 10. Wiener Filmpreis. (aus: viennale.at; filmfonds-wien.at; sn.at)

Österreich 2018; Buch & Regie: Sudabeh Mortezai; Kamera: Klemens Huf­nagl; Schnitt: Oliver Neumann; DarstellerInnen: Joy Anwulika Alphonsus (Joy), Precious Mariam Sanusi (Precious), Angela Ekeleme Pius (Madame), Chris­tian Ludwig (Christian) u.a.; DCP; 1:1,85; Farbe; 101min; englisch-deutsche ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).


  
Filmplakat