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TOUCH ME NOT

R: Adina Pintilie

   OmU

Die rumänische Regisseurin Adina Pintilie porträtiert eigentlich nicht in Bilder zu Fassendes – Intimität: sexuelle und andere menschliche Inti­mi­tät, ebenso wie deren Brüche und Probleme, die emotionale Intimität mit sich bringt. Die Intimität des Filmemachens, der Kamera, der Men­schen davor und dahinter. Irgendwie ist es ein Liebesfilm.
Sieben Jahre dauerten die Dreharbeiten für diesen Film. Den langen gemeinsamen Weg, den die Mitwirkenden hinter sich haben, spürt man. In den Bildern äußert sich wunderschön eine innere Gerad­linig­keit und das Verlangen nach Ehrlichkeit. TOUCH ME NOT ist eine gut durchdachte Studie, die nie langweilig wird.
Die Technik der Wiederholungen der filmischen Motive trägt zum Aufbau einer Art Vertrauen bei, dass der Film mit seiner kunstvollen Realität das Publikum nicht schrecken will und wird.
Die dargestellten Charaktere sind spröde, herzlich, schüchtern oder neugierig, niemals aber flach, obwohl die Darsteller, auch die Regis­seu­rin, eine Art des Umgangs mit der Welt „symbolisieren”. Der Rhyth­mus des Films ist langsam und stark, wie ein Pulsieren. Musik wird sporadisch und bewusst eingesetzt. Die Bilder sind nicht leicht zugänglich oder gefällig, sondern spröde, hell, zeitweilig voller Unfarben und Kon­traste und dann wieder glatt. Sehr geradlinig und stilvoll, mit überraschenden Einblicken, spiegelt das Bild mitunter, das von den Figuren erlebte oder verstärkt Fragen und Aussagen der Protagonisten.
Mag der Film auch mitunter kunstvoll wirken, mögen manche Sze­nen provozieren und missverstanden werden (Menschen mit einer Be­­einträchtigung berühren einander, Bondageszenen, Gruppensex), so löst der Film mit ebendiesen Darstellungen eigentlich unzulässige Mo­ralfragen aus. Ein Film, nicht abartig, wie manche Kritiken behaup­ten, sondern echt, nahe, kritisch. (th)


Rumänien/Deutschland/Tschechien/Bulgarien/Frankreich 2018; Regie & Buch: Adina Pintilie; Kamera: George Chiper-Lillemark; Musik: Ivo Paunov; Mit­wir­kende: Laura Benson, Tómas Lemarquis, Christian Bayerlein, Grit Uhlemann u.a.; (DCP; 1:1,85; Farbe; 125min; englisch-deutsche ORIGINAL­FASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).


  
Filmplakat