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ANGELO

R: Markus Schleinzer

   OmU

Angelo ist die Geschichte eines zwangseuropäisierten Afrikaners. Es ist die Geschichte eines Mannes, der es zu einer für seine Zeit ungewöhnlichen Karriere vom Objekt zum Subjekt zum Objekt bringt. Vom namenlosen Sklaven zum erzieherischen Model einer Comtesse, zum Mundschenk eines Kriegsherren, zum schmückenden Ornament eines Monarchen, zum durch die Idee der Aufklärung interessanter Mitbürger, zum allegorischen Ausstellungsstück. Angelo ist die Ge­schichte einer Menschwerdung, die vor allem durch Rollenspiele und Anpassung geprägt ist. Inspiriert ist sie von der nur sehr bruchstückhaft recherchierbaren Biografie des zu seiner Zeit als „Wiener Hof­mohr” betitelten Angelo Soliman. (aus: moviepilot.de)
„Ausgehend vom Fall Angelo Soliman, einem Afrikaner, der es im Wien des 18. Jahrhunderts zum Kammerdiener und Gesellschafter des Kaisers brachte, hat Markus Schleinzer einen äußerst rigide inszenierten Film über die Lust an der Exotik, koloniales Denken und Pro­jektionsflächen gedreht. Angelo, der schon als Knabe nach Europa ,ein­gekauft’ wird, ist ,der Andere’, zugleich einer von vielen: ein Mensch als dressiertes Tier, an dessen Fähigkeiten man sich erfreut, der aber ja keine Bedürfnisse entwickeln soll. Schleinzers Film erzählt von falscher Toleranz, von einem Rassismus, der in der kulturellen Kolonisierung besteht. In einer der besten Szenen setzt man Angelo einen anderen Schwarzen gegenüber, damit er jemanden zum Reden hat. Was darauf folgt, ist langes Schweigen.” (Dominik Kamalzadeh)
Markus Schleinzer: „Da wird jemand in eine Norm hineingeworfen, wo alle weiß sind, und muss sich mit dieser Norm organisieren, in der er die Position des Ornaments einnimmt. Auch wenn Menschen versuchen, ihm seine große Karriere zu gönnen. Was am Beginn seines Lebens steht, ist allerdings kriminell. Er wurde entführt und unfreiwillig nach Europa geschleppt. Selbst wenn er aus sich etwas gemacht hat, beginnt alles für mich mit einer Opferschaft. Daher darf man nicht von einem ersten gelungen Beispiel für Migration sprechen. Er ist nach Wien gebracht worden, um die herrschende Elite zu erhöhen. Es gab damals Menschen, die irgendwelche ,Seltsamkeiten’ unter Menschen oder Tieren gesammelt und in ihren Wunderkammern aufbewahrt haben. Dann gab es jene, die sagten, das Fremde darf neben uns existieren und ist ein Symbol dafür, wie weltumspannend unsere Macht ist. Heute wäre er ein Must-have.”

Österreich 2108; Regie: Markus Schleinzer; Buch: Markus Schleinzer & Ale­xan­der Brom, nach der Biografie von Angelo Soliman; Kamera: Gerald Ker­kletz; DarstellerInnen: Makita Samba (Angelo als Erwachsener), Alba Rohr­wacher (Comtesse), Larisa Faber (Angelos Frau), Kenny Nzogang (Angelo 2), Lukas Miko (Kaiser), Gerti Drassl (Kindermagd), Michael Rotschopf (Fürst), Jean-Baptiste Tiémélé (Angelo 5), Nancy Mensah-Offei (Angelos Tochter), Olivier Baume (Arzt), Martine Schambacher (Alte Magd), Anne Klein (Junge Magd), Jean-Michel Larré (Sprachlehrer) u.a.; (DCP; 1:1,33; Farbe; 111min; deutsch-französische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).


  
Filmplakat