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DER BAUER ZU NATHAL

KEIN FILM ÜBER THOMAS BERNHARD

R: Matthias Greuling & David Baldinger

Nestbeschmutzer für die einen, Sprachrohr für die anderen. Vom Prä­sidenten bis zum Taxi-Fahrer, jede(r) hatte seinerzeit eine explizite Mei­nung zu Thomas Bernhard. Seine Romane und Theaterstücke verdeutlichen, wie viel Sprengstoff bedrucktem Papier innezuwohnen vermag. Heute, bald 30 Jahre nach seinem Tod, wird dem Autor auf den ersten Blick eine fast schon übertriebene Klassiker-Verehrung entgegengebracht: wurde er einst heftig attackiert, gilt er nunmehr als sakrosankt, was aber nur verdeckt, dass er vielerorts nach wie vor auf Ablehnung stößt.
DER BAUER ZU NATHAL spürt diese ambivalente Haltung gegenüber dem großen österreichischen Schriftsteller nicht nur auf vielfältige Weise auf, sondern baut bewusst auf Kontrasten auf. Ausgangs­punkt ist die Frage nach dem Verhältnis zwischen Thomas Bernhard und den Landleuten von Ohlsdorf, wo er einen Bauernhof besaß: Landwirte, Gastwirte und Honoratioren erzählen von ihren Begeg­nun­­­gen mit und ihren (Vor-)Urteilen über Bernhard. Kulturbeflissene Bür­gerInnen kommen genauso zu Wort wie literarisch desinteressierte ZeitgenossInnen. Zwischendurch sorgt Nicholas Ofczarek mit Aus­schnitten aus Bernhard-Texten für Kontrapunkte. All das soll einen neuen Blick auf den Dichter und seine Position in der Welt eröffnen.
Zum Arsenal der literarischen Arbeit Bernhards gehörte bekanntlich ja die Schimpftirade, die er mit seinen kunstvoll gedrechselten Wort­kaskaden lud. „Ich kann applaudierende Leute nicht vertragen. Das Unheil kommt ja immer aus der klatschenden, tosenden Menge. Alles Grausen kommt aus dem Applaus”, heißt es in einem der letzten Zi­tate, die in DER BAUER ZU NATHAL zu hören sind.
(aus: wienerzeitung.at; filmclicks.at)

Österreich 2018; Regie & Buch: Matthias Greuling & David Baldinger; Ka­mera: Mathias Greuling; Mitwirkende: Josef Fürtbauer, Josef Windisch­bauer, Hans Asamer, Peter Fabjan, Sunnyi Melles, Nicholas Ofczarek u.a.; (DCP; 1:1,85; Farbe; 90min).


  
Filmplakat