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BRUDER JAKOB, SCHLÄFST DU NOCH?

R: Stefan Bohun

Jedes Jahr sterben etwa zweieinhalb Mal mehr Menschen in Österreich durch Suizid als im Straßenverkehr. Für die Zu­rück­blei­benden ist ein solcher Verlust eine traumatische und sehr schmerzhafte Erfahrung. Ihr Leben ändert sich dadurch oft tiefgreifend und langfristig. Ein Teil von ihnen entwickelt depressive Symptome und sie gelten sogar als Risikogruppe für suizidales Verhalten. Obwohl diese Thematik jährlich Tausende Öster­rei­cher­Innen betrifft, umgibt sie immer noch eine Mauer des Schwei­­gens. Die WHO geht davon aus, dass etwa 50% aller schweren De­pres­sionen nicht behandelt werden, obwohl sie gut therapierbar sind. Die persönlichen und sozialen Kosten der unbehandelten depressiven Erkrankungen sind enorm. (pro mente tirol)
Jakob nahm sich das Leben. Er war nach Portugal ausgewandert, doch erfüllt von Heimweh und Sehnsucht. Zwei Jahre später machen sich seine vier Brüder, darunter der Regisseur Stefan Bohun, auf eine Spu­­rensuche in die Ver­gan­gen­heit: Langsam formen ihre unterschiedlichen Erinnerungen an den Ver­stor­benen dabei ein Fa­mi­lien­bild, in dem jeder – auch als Er­wach­sener – seinen Platz erst finden muss. BRU­DER JAKOB, SCHLÄFST DU NOCH? ist ein behutsamer, sehr persönlicher Film über einen langsamen Ab­schied, zugleich aber auch einer über das Wie­der­sehen.
Die über den Film verstreuten Archiv­aufnahmen, auf de­nen man die Brüder als Kinder und Jugendliche sieht – ein Gipfelsieg im Sommer, beim gemeinsamen Baden und ausgelassenen Toben und Tanzen –, verleihen diesem Film eine ungeahnte und bemerkenswerte Leich­tig­keit. Die Suche, die im Tiroler Lareintal beginnt, endet schließlich in einem Hotelzimmer in Porto. Und mit der Erkenntnis, dass dies kein Film der Traurigkeit ist, sondern einer über die Notwendigkeit der Trauer. Und über das Wiederfinden jener, die einen als Familie durchs Leben begleiten.
Stefan Bohun: „Für mich ist der Film die gemeinsame Begehung eines Trauerweges nach dem Suizid meines Bruders. Eine Annäherung an Jakob wird zu einer Reise durch Raum und Zeit mit meinen drei verbliebenen Brüdern. Die Gemeinsamkeit unserer Kindheit wird brüchig. Ein Familienbild setzt sich erst durch die Konflikte und die unterschiedlichen Sichtweisen der Brüder auf die Vergangenheit zusammen. Neben der Notwendigkeit der Trauer steht für mich auch die Suche nach Momenten der Leichtigkeit, denn Jakob hatte Humor. Der Film gab mir die Möglichkeit Erinnerungen an Erlebtes zu ordnen sowie Emotionen Raum und letztendlich ein Ventil zu geben. BRUDER JAKOB, SCHLÄFST DU NOCH? ist gleichzeitig Abschied und Wie­der­se­hen.” (aus: mischief-films.com)

Österreich 2018; Regie: Stefan Bohun; Buch: Stefan Bohun, David & Johan­nes Bohun; Kamera: Klemens Hufnagl; Schnitt: Marek Kralovsky; (DCP;1:2,39; Farbe; 80min).


  
Filmplakat