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WEAPON OF CHOICE

R: Fritz Ofner & Eva Hausberger

Die Glock ist eine Pistole. Weltweit wird sie von Sicherheitskräften ge­schätzt und von Waffennarren, aber auch von Gangmitgliedern und Terroristen kultisch verehrt. Sie ist ein österreichisches Produkt, aber in Österreich weiß die Öffentlichkeit sehr wenig darüber. Deshalb haben sich die beiden Filmemacher Fritz Ofner und Eva Hausberger vor fünf Jahren auf den Weg gemacht, mehr über das Unternehmen Glock herauszufinden.
Herausgekommen ist dabei der Dokumentarfilm WEAPON OF CHOICE. Die Firma Glock scheut jegliche Öffentlichkeit. Eine Öffent­lichkeitsabteilung hat der Pistolenhersteller nicht, die Pressearbeit übernehmen gleich die Anwälte. Das Unternehmen weigerte sich, mit den Filmemachern zu sprechen. Mitarbeiter unterliegen der Schweige­pflicht und sprachen nicht vor der Kamera, Firmenpatriarch Gaston Glock lehnte ein Interview ab.
Die DokumentarfilmerInnen reisten in die USA, in den Irak, dorthin, wo Menschen mit Hilfe einer Glock getötet werden. Entstanden ist ein gründlich recherchierter, kritischer, unaufgeregter Film, der den bemerkenswerten Aufstieg einer Firma nachzeichnet: vom Hersteller von Gardinen­stangen, Spaten und Messern in Deutsch-Wagram, vor den Toren Wiens, zu einem der größten Pistolenhersteller der Welt.
WEAPON OF CHOICE beschreibt auch, wie Glock nach dem Sturz Saddam Hus­seins 2003 Pistolen an die Polizei im Irak verkaufen wollte, was eine hitzige Debatte in Österreich auslöste – darf ein neutrales Land Waffen in ein Kriegsgebiet liefern? Glock drohte damit, die Pro­duktion aus Österreich abzuziehen – der Waffenexport wurde dann doch von der Regierung in Wien genehmigt. Oder wie ein Ter­rorist des „Islamischen Staats” seine Glock zerlegt, wieder zusammensetzt, da­mit in den Himmel schießt und so um dschihadistischen Nachwuchs wirbt. Beamte und Bösewichte schätzen diese Pistole gleichermaßen. In Österreich weiß man von alldem wenig. Vielleicht will man das alles auch nicht so genau wissen. Denn am Ende ist es ein Geschäft mit dem Tod. (aus: spiegel.de)

Österreich 2017; Regie: Fritz Ofner & Eva Hausberger; Kamera: Fritz Ofner; Musik: Bobby Conn, Peter Kutin, Gerhard Daurer, Siegfried Friedrich; (DCP; 16:9; Farbe; 90min; englische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UN­TERTITELN).


  
Filmplakat