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THE MAN WHO KILLED DON QUIXOTE

R: Terry Gilliam

Berühmt war Terry Gilliams Film schon, bevor er in die Kinos kam. Denn der Kult-Regisseur arbeitete 25 Jahre in verschiedenster Form – und unter ihm wenig wohlgesonnenen Sternen – an „seinem” Don Quixote. Das Happy End, die Aufführung des Films beim heurigen Festival in Cannes, war jedoch nur ein vermeintliches, denn nur einen Monat später verlor Gilliam vor Gericht alle Rechte an seinem Film.
Doch wie sieht der fertige Film nun aus? In Gilliams Quixote-Ver­sion kommt ein arroganter amerikanischer Regisseur namens Toby nach Spanien, um einen Werbeclip zu drehen. Vor Jahren, als Stu­dent, war er schon einmal hier, und machte einen Kurzfilm über Don Quixote. Damals fand er in einem abgelegenen Dörfchen einen alten Schuhmacher, der ihm als Traumbesetzung für seinen Ritter erschien. Als er diesen zufällig wieder trifft, muss er feststellen, dass der arme Mann seitdem nicht mehr aus seiner Rolle herausgefunden hat. Er glaubt wirklich, er sei Don Quixote, reitet mit Rüstung und Pferd durchs Land und kämpft gegen Windmühlen, die er für Riesen hält.
Zudem glaubt der klapprige Ritter, Toby sei Sancho Panza. Er zwingt ihn, sich auf einen Esel zu setzen, um ihm bei seinen Aben­teuern zu assistieren. Dabei bekommen sie es mit mehreren Schurken und zwei attraktiven Señoritas zu tun. Und so spiegelt dieser ganz spezielle Film auch den Teufelsritt wider, der notwendig war, um ihn zu machen. Gilliams Chaos ist hier fantastisches Konzept.
Gilliams Idee, zwei mittelalterlich gekleidete Gestalten durch das Spa­nien von heute reiten zu lassen, basierte ursprünglich auf einer logistischen Entscheidung. Um das 17. Jahrhundert auferstehen zu lassen, fehlte es schlicht an Geld. So aber hat die Story ihre humoristischen Mo­­­mente schon automatisch eingebaut, etwa weil die Spa­nierinnen von heute eher irritiert reagieren, wenn sie plötzlich ein Ritter beschützen will. Und durch die Verlegung des Stoffes in die Gegenwart legt Gilliam natürlich auch den universellen Kern dieser Geschichte frei, der besagt, dass nun mal jeder Mensch zu jeder Zeit mit seinen eigenen Windmühlen zu kämpfen hat. (nach: 20er; sueddeutsche.de)

Spanien/Belgien/Frankreich/Portugal/GB 2018; Regie: Terry Gilliam; Buch: Terry Gilliam & Tony Grisoni; Kamera: Nicola Pecorini; Musik: Roque Baños; DarstellerInnen: Adam Driver (Toby), Jonathan Pryce (Don Quixote), Stellan Skarsgård (The Boss), Olga Kurylenko (Jacqui), Joana Ribeiro (Angelica), Óscar Jaenada (Gitano) u.a.; (DCP; 2.35:1; 132min; Farbe & Schwarzweiß; englisch-spanische ORIGNINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN)


  
Filmplakat