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TREELESS MOUNTAIN

R: KIM So-yong

In Kim So-yongs autobiographisch inspiriertem Spielfilm steht die Odyssee zweier Kinder im Zentrum. Zunächst mit ihrer alleinerziehenden Mutter in Seoul lebend, sollen die 6-jährige Jin und ihre kleine Schwester Bin für unbestimmte Zeit – bis die Sparbüchse voll ist – bei ihrer alkoholkranken Tante in der Provinzstadt Hunghae wohnen. Das Sparschwein ist längst gefüllt, aber die Mutter kehrt nicht zurück, und die Geschwister werden schließlich auf die Farm der Großmutter gebracht, wo so etwas wie familiäre Geborgenheit wieder möglich wird. „Gerade weil diese Geschichte aus der Perspektive der beiden Mädchen stimmig erzählt wird, macht er [der Film] die Folgen von abwesenden Eltern, von verweigerter Verantwortung und von ökonomischer Marginalisierung besonders gut sichtbar. Dies wird aufgewogen durch die subtil dargestellte liebevolle Fürsorge der Großmutter. Geerdet in natürlichen Zusammenhängen schenkt sie den Mädchen eine höchst kostbare Gabe: ihre Zeit.” (Jurybegründung: Preis der Ökumenischen Jury)
Die Kamera ist ganz auf die Expressivität und die Sichtweise der beiden außergewöhnlichen Laiendarstellerinnen konzentriert. „Die Filmemacherin vollbringt Wunder mit den jungen Darstellerinnen, die entspannt und natürlich vor der Kamera agieren, die sich ihnen auf Augenhöhe nähert. Anne Misawa leistet hervorragende Arbeit als Kamerafrau, und die häufige Verwendung von unspektakulären Hintergrundbildern wie alten Backstein- oder Stuckwänden sorgt für eine reiche und zugleich realistische Folie, vor der sich die Überlebensabenteuer der beiden Schwestern abspielen.” (Howard Feinstein, in: ScreenDaily)
Kim So-yong und der Kamerafrau Anne Misawa gelingt dadurch nicht nur ein intimes Portrait zweier Kinder, die von ihrer Mutter im Stich gelassen wurden, sondern auch eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit den Folgen der Emigration aus Südkorea. 1968 in Pusan geboren, wurde Kim So-yong nach der Scheidung ihrer Eltern auf die Reisfarm der Großmutter geschickt, während die Mutter in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft in die USA emigrierte und ihre Tochter erst Jahre später zu sich holen konnte. Kim studierte in Chicago Malerei, Schauspiel und Videokunst. TREELESS MOUNTAIN ist nach mehreren experimentellen Kurzfilmen ihr zweiter Langspielfilm.

Auszeichnungen: Preis der Ökumenischen Jury – Forum, Berlinale 2009; Muhr Award / Best Film – Dubai International Film Festival 2008; Netpac Award – Pusan International Film Festival 2008;

Filmografie:
1996: GIORDANO BRUNO’S LAST SONG (16mm, 6 min.)
1998: SHE DOG (Super8, 2 min.)
1999: SONG FOR A MOTHER FROG (video, 6min.)
2002: A BUNNY RABBIT (DV, 5 min.).
2006: IN BETWEEN DAYS (HD, 82 min.; Forum 2006)
2008: TREELESS MOUNTAIN
2012: FOR ELLEN

USA/Südkorea 2008; Regie & Buch: KIM So-Yong; Kamera: Anne MISAWA; Musik: Asobi SEKSU; Ton: Eric OFFIN, Mark GARCIA; Schnitt: KIM So-Yong, Bradley Rust GRAY; DarstellerInnen: KIM Hee-yeon (Jin), KIM Song-hee (Bin), LEE Soo-ah (Mutter), KIM Mi-hyang (Tante), PARK Boon-tak (Großmutter) u.a.; (35mm; 1:1,85; Farbe; 89min; koreanische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).