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BORN IN FLAMES

R: Lizzie Borden

BORN IN FLAMES spielt 10 Jahre nach einer sozialistischen Revolution in den USA. Nach anfänglicher Euphorie müssen immer mehr Frauen feststellen, dass ihre Hoffnungen auf Gleichberechtigung enttäuscht wurden: Die Schlüsselpositionen in Politik und Medien sind nach wie vor männlich besetzt, Sexismus und Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Herkunft oder der sexuellen Orientierung ste­­hen an der Tagesordnung. Die Frauen organisieren sich zu­­­­nächst in einzelnen Grup­pen, um ihre jeweiligen Inter­essen und Vorstellung von Gleich­berechtigung durchzusetzen. Zwei illegal von Frauen betriebene Radiosender schicken ihre kämpferischen Thesen in den Äther und rufen nach dem mysteriösen Tod einer Aktivistin zum of­­­­fenen Kampf gegen das patriarchale System auf, dringen in eine TV-Station ein und verschaffen sich so gewaltsam Gehör: „Die be­­waff­neten Übergriffe sind in erster Linie gegen die Medien, nicht gegen Menschen gerichtet, denn es geht darum, sich der Sprache zu bemächtigen, und sei es nur für einen Moment.“ (Lizzie Borden nach Strobel/Lukasz-Aden in: Der Frauenfilm)
BORN IN FLAMES aus dem Jahr 1983 gilt mittlerweile als feministischer Klassiker, auf den sich junge Regisseurinnen, wie z. B. Jamie Babbit (ITTI BITTY TITTY COMMITEE), berufen – nicht nur wegen des feministisch kämpferischen Inhalts, sondern auch wegen der kollektiven, demokratischen Entstehungsgeschichte. Bei einem Drehzeitraum von mehreren Jahren sind autobiographische Erfahrungen der Dar­stel­ler­innen und Mitwirkenden in die Drehbuchszenen mit eingeflossen. Neben professionellen SchauspielerInnen wirkten auch Frauen mit, die sich politisch oder künstlerisch profilierten – etwa die Bürgerrechtlerin Florence Kennedy, die Regisseurin Kathryn Bigelow und Adele Bertei von der Band The Contortions. „Lizzy Borden gelingt mit diesem Film ein kleines Kunststück – er ist beides: Dokument und Utopie zugleich. Er geht aus von der feministischen Bewegung und ihren Strukturen während der 1970er Jahre und blickt insofern zurück. Aber er wagt auch einen Ausblick auf eine Zukunft, in der sich Frauen trotz ihrer kul­turellen, sozialen, ethnischen und sexuellen Unterschiede für ihre Ziele gemeinsam engagieren.“ (Freiburger Lesbenfilmtage)
- Auszeichnungen: Leserjury von „Zitty“ – Int. Filmfestspiele Berlin; Grand Prix – Créteil International Women's Film Festival

USA 1983; Regie: Lizzie Borden; Buch: Lizzie Borden & Hisa Tayo; Kamera: Ed Bowes, Al Santana, Schnitt: Lizzie Borden; Musik: The Boods, The Red Crayola, Ibis; DarstellerInnen: Honey (Honey), Adele Bertei (Isabel), Jeanne Satterfield (Adelaide Norris), Florynce Kennedy (Zella), Kathryn Bi­­gelow (Zeitungsjournalistin) u.a.; (16mm; Farbe; 81min; englische ORIGI­NALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).