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MOGARI NO MORI

THE MOURNING FOREST

R: Kawase Naomi

Die junge Pflegerin Machiko trifft in einem Heim für SeniorInnen auf den wunderlichen Shigeki. Beide sind in ihrer persönlichen Trauer gefangen: Machiko macht sich Selbstvorwürfe, am tödlichen Unfall ihres kleinen Sohnes mitverantwortlich zu sein, Shigeki kann seit mehr als 30 Jahren den Tod seiner Frau nicht verwinden. Bei einer gemeinsamen Wanderung durch den Wald verliert das ungleiche Paar die Orientierung und findet dadurch langsam zueinander und zu sich selbst.
Die renommierte japanische Regisseurin Kawase hat zahlreiche Dokumentar- und Spielfilme gedreht. Ihr Spielfilm MOGARI NO MORI, der in Cannes 2007 mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet wurde (zum zweiten Mal in der Geschichte der Filmfestspiele Cannes erhielt eine Frau diese Anerkennung), kreist um die Themen Verlust und Trauer, Erinnerung an und Abschied von jenen Menschen, die wir am meisten lieben. MOGARI NO MORI lebt v. a. von der atmosphärischen Dichte, die zwischen den HauptdarstellerInnen entsteht, und von der Inszenierung der Landschaft nahe der Stadt Nara. Trotz der zentralen Todesthematik ist es Kawase gelungen, einen tröstenden, meditativen, mitunter heiteren Film über den Kreislauf des Lebens zu drehen. „Kameramann Hideyo Nakano hat hervorragende Arbeit geleistet, wie er den Mensch in die Beziehung zur Natur setzt. [...] In diesem Film ist der Mensch ganz eindeutig als Teil der Natur definiert. THE MOURNING FOREST ist befreiend – wie eine ausgewählte Yogaübung.“ (Nana A.T. Rebhan – Arte) Spuren zenbuddhistischer Spiritualität finden nicht nur inhaltlich ihren Niederschlag sondern auch in der klaren, schnörkellosen Ästhetik: „So verknappt und präzise mit Bildern zu erzählen, ist eine große Kunst – oft wünscht man geschwätzigen Filmen, sie hätten genau diese Gabe, in drei zeitversetzten Einstellungen einen ganzen Kosmos zu eröffnen.“ (Christina Nord – taz)
Auszeichnungen: Großen Preis der Jury – Cannes 2007; Best Director – Takasaki Film Festival 2007/2008; Beste Kamera – Mainichi Film Concours 2008; Time for Peace Film Award 2007/2008; NETPAC Award – Tallinn Black Nights Film Festival 2007; u.a.m.

Japan 2007; Buch & Regie: Kawase Naomi; Kamera: Nakano Hideyo; Schnitt: Oshige Yuji, Tina Baz; Musik: Shigeno Masamichi; DarstellerInnen: Ono Machiko (Machiko), Uda Shigeki (Shigeki), Watanabe Makiko (Wakako), Masuda Kanako (Shigekis Frau), Saito Yohichiro (Machikos Mann), u. a.; (35mm; 1:1,85; Dolby SR; Farbe; 97min; japanische ORIGINALFASSUNG MIT ENGLISCHEN UNTERTITELN) Kawase Naomi:1969 in Nara, Japan geboren. Filmstudium am Visual Arts College in Osaka, an dem sie auch vier Jahre lang unterrichtete. 1997 dreht sie mit Suzaku ihr Spielfilmdebüt (1997). Filmografie (Auswahl): Embracing (1992, KF), The Weald (1998), Firefly (2000), Sky, Wind, Fire, Water, Earth (2001), Letter From A Yellow Cherry Blossom (2002), Shara (2003), Shadow (2004, KF), Birth/Mother (2006).