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A JAPANESE IDYL / LA COQUILLE ET LE CLERGYMAN / A HOUSE DIVIDED / DORNRÖSCHEN

R: Louis Weber / Germaine Dulac / Alice Guy-Blaché / Lotte Reiniger

A JAPANESE IDYL
R: Louis Weber
USA (undatiert); Regie: Louis Weber; (16 mm; s/w; 9 min)
Louis Weber (1882-1939) arbeitete bei „Universal“ und war eine der produktivsten und erfolgreichsten Frauen dieser Produktionsgesellschaft. Ihr Werk umfasst über 300 Filme (Kurzfilme, abendfüllende Spielfilme, Auftragsarbeiten und Werbefilme). Ihre Filme sind Sozialdramen, die Themen wie Abtreibung, Geburtenkontrolle, Todesstrafe, religiöse Intoleranz, Kinderarbeit und Prostitution behandeln.

LA COQUILLE ET LE CLERGYMAN
(DIE MUSCHEL UND DER KLERIKER)
R: Germaine Dulac
Germaine Dulacs LA COQUILLE ET LE CLERGYMAN, nach einem Drehbuch von Antonin Artaud, gilt als erster surrealistischer Film der Filmgeschichte. Die Uraufführung im Februar 1928 war in bester surrealistischer Manier ein Skandal, wobei weniger das Publikum entsetzt war, als vielmehr die Herren der Avantgarde selbst. Die Aufführung endete in dem Vorwurf, Dulac habe das Drehbuch ‚feminisiert’. Artaud baute seine Geschichte – die nach surrealistischer Manier keine Geschichte ist – um einen jungen Geistlichen auf, der zwischen einer unerreichbaren Frau und einem autoritären, älteren General seine Wunsch- und Angstphantasien zirkulieren lässt. Dulac hielt sich detailliert an die Vorlage und verfolgte dabei „eine typisch surrealistische Linie: die Träume und Phantasien, die Zeitlupenbilder und Überblendungen, die geteilten Bilder und Assoziationsmontagen, alles repräsentiert den inneren Zustand des Priesters; die äußere Welt ist nur ein Gleichnis für Religion, Gewalt und Sexualität.“ (William v. Wert, 1974 nach: www.arte-tv.com) Dulac erweiterte die Grenzen technischer Mittel und erreichte durch die suggestiven Bilder ihrer Formensprache eine völlige Auflösung des realistischen Zeit-Raum-Kontinuums, die noch heute überrascht. In ihrem Versuch der Visualisierung unbewusster Prozesse thematisiert Dulac Männerphantasien und ihr gelingt es, den zerrissenen inneren Zustand einer gespaltenen Persönlichkeit wiederzugeben. Eine psychoanalytische Deutung liegt nahe.
Germaine Dulac (1882-1942) ist eine der wenigen Theoretikerinnen des Avantgardefilms, die den Film als eine visuelle Symphonie begreift und ihn auf seine wesentlichen Elemente zurückführen will: Bewegung, Rhythmus und Montage. (vgl. Yvonne Spielmann in : 100 Jahre Frauen & Kino)
Frankreich 1927; Regie: Germaine Dulac; Buch: Antonin Artaud; Kamera: Paul Parguel; Schnitt: Germaine Dulac; DarstellerInnen: Alex Allin, Genica Athanasiou, Bataille, u.a.; (16 mm; s/w; 38 min)

A HOUSE DIVIDED
(DER GETRENNTE HAUSHALT)
R: Alice Guy-Blaché
Ein junges Ehepaar missdeutet gewisse Zeichen und gerät durch gegenseitige Verdächtigungen in eine Krise, die sich in Alice Guy-Blachés A HOUSE DIVIDED amüsant und Augen zwinkernd radikal zuspitzt und zu guter letzt in einem Happy End auflöst. Als Kontrapunkt zur häuslichen Ehefrau inszeniert Guy-Blaché eine freche, rebellische, kaugummikauende Sekretärin. „In dieser Figur der berufstätigen Frau lässt sich ein Verweis auf die Änderung der Frauenrolle Mitte der zehner Jahre finden.“ (Madeleine Bernstorff in: 100 Jahren Frauen & Kino)
Alice Guy-Blaché (1873-1968): erste Regisseurin der Welt, arbeitete auch als Drehbuchautorin und Produktionsleiterin. Sie gründete die Produktionsgesellschaft „Solax“. Über 50 ihrer Filme wurden in den letzten Jahren in verschiedensten Archiven wiederentdeckt, identifiziert und zum großen Teil auch restauriert.
USA 1913; Regie: Alice Guy-Blaché; DarstellerInnen: Billie Quirk, Marian Swayne, u.a.; (16 mm; s/w; 13 min)

DORNRÖSCHEN
R: Lotte Reiniger
Mit Lotte Reinigers DORNRÖSCHEN taucht kinovi[sie]on in die Welt der Märchen ein. Reiniger, die Pionierin des Trickfilms, schuf lange vor Disney den ersten abendfüllenden Zeichentrickfilm: DIE ABENTEUER DES PRINZEN ACHMED. kinovi[sie]on zeigt einen Kurzfilm, der unmittelbar vor dieser akribischen Feinarbeit – ebenfalls in Scherenschnittechnik – entstanden ist.
Lotte Reiniger (1899-1981) begeisterte mit ihrer einzigartigen Silhouetten-Kunst so unterschiedliche Persönlichkeiten wie Brecht, Renoir, Visconti, Strawinskij und Benjamin Britten. 1954 erhielt sie auf der Biennale in Venedig den ersten Preis für Kurzfilme, 1969 wurde sie auf der Berlinale für ihre besonderen Verdienste um den deutschen Film ausgezeichnet, 1979 mit dem Bundesverdienstkreuz.
Deutschland 1922; Regie: Lotte Reiniger; (35 mm; s/w; 10 min)