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Leo 1

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ZWEI HERREN IM ANZUG

R: Josef Bierbichler

Mit ZWEI HERREN IM ANZUG verfilmt der Schauspieler Josef Bier­bichler seinen eigenen Roman „Mittelreich” und erzählt neben der be­rührenden Familienchronik gleichzeitig auch einhundert Jahre deutscher Geschichte. Im Mittelpunkt steht die Kriegsgeneration, die ihre eigenen Träume nicht verwirklichen konnte. Die Familie des alten See­wirts (Josef Bierbichler) gehört zu den Alteingesessenen. Der See­wirt hat die Weimarer Republik und die Modernisierung erlebt, dann kam der Zweite Weltkrieg und die Kriegsverbrechen der Nazis, die anschließend unter den Teppich gekehrt wurden. Im Sommer 1984 wird die Mutter des Seewirts beerdigt. Nach dem Leichen­schmaus bleibt er mit seinem Sohn Semi in der Gaststätte zurück und beginnt sich zu erinnern.
ZWEI HERREN IM ANZUG ist Familien- und Heimatepos zugleich. Auf­nahmen an Originalschauplätzen und die sorgfältige Ausstattung unterstützen den authentischen und quasi-dokumentarischen Eindruck. Die Schauspieler, allen voran Simon Donatz als Sohn Semi, Martina Gedeck als Mutter und Josef Bierbichler selbst als grantliger Pankraz, der die Beichte seines Lebens ablegt, verkörpern ihre Rollen authentisch und mit großer Kraft. Pankraz’ Kindheit und Jugend zwischen den Kriegen und seine Zeit als Soldat im Zweiten Weltkrieg wird in schwarzweiß gezeigt, ab den 50er Jahren werden die Bilder farbig. Viele Laien­darsteller machen die Bodenständigkeit der Dorfbewohner spürbar. Mit den Flüchtlingen aus dem Osten, dem Wirtschaftswunder und dem Fernsehen löst sich ihre Welt langsam auf. Höhepunkt des Films ist ein Faschingsball, der völlig aus dem Ruder läuft.

Deutschland 2018; Regie & Buch: Josef Bierbichler; Kamera: Tom Fährmann; Musik: Kofelgschora, Timo Kreuser; Schnitt: Karina Ressler; DarstellerInnen: Josef Bierbichler (Pankraz/Seewirt), Martina Gedeck (Theres); Simon Donatz (Pankraz jung/Semi erwachsen); Josef Staber (Semi Kind/Pankraz Kind) u.a.; (DCP; 1:1,85; Farbe; 139min).


  
Filmplakat