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LAWRENCE OF ARABIA

R: David Lean / 70mm-Projektion

LAWRENCE OF ARABIA liegt die 1926 veröffentlich­te Autobiografie des bri­­­­­­t­­­i­schen Archäo­logen, Offiziers, Aben­teu­rers und Schriftstellers Tho­­mas Edward Lawrence („The Seven Pillars of Wisdom”, Leipzig 1936) zu­grunde, der als 26-jähriger im Dezember 1914 zum militärischen Geheimdienst in Kairo versetzt worden war und dort Landkarten des Vorderen Orients anfertigen sollte. Im gerade beginnenden Ersten Weltkrieg kämpften die Briten gegen die mit den Deutschen verbündeten Türken und hätten gerne einen Aufstand der Araber gegen das angeschlagene Osmanische Reich angezettelt. LAWRENCE OF ARABIA ist jedoch keine unkritische Heldenglorifizierung, sondern Peter O’Toole spielt mal einen politisch engagierten charismatischen Führer, dann wieder einen blindwütigen, größenwahnsinnigen Rächer oder einen eitlen Homosexuellen mit einer Neigung zum Masochismus, der unter seiner Veranlagung leidet und verletzlich wirkt. Zudem werden die Kolonialmächte angeprangert, die nach dem Ersten Weltkrieg im Nahen Osten unter Missachtung berechtigter Bestrebungen der Araber willkürliche Grenzen zogen.
Es gibt wohl kaum einen anderen Kinofilm, der die Weite und Ein­­sam­­keit, Romantik und Erhabenheit der Wüste in so eindrucksvollen Bildern wiedergibt, wie dieser von Freddie Young auf 70mm (Super Panavision 70) gefilmte Monumentalfilm. Die Schlachtszenen in der Wüste sind atemberaubend, aber der Schwerpunkt liegt auf der psychologischen Entwicklung des Protagonisten. Auch wenn in LAWRENCE OF ARABIA durch die bereits zu seinen Lebzeiten begonnene Legendenbildung Fakten und Mythen kaum zu unterscheiden sind, haben Robert Bolt (Drehbuch) und David Lean (Regie) den Versuch unternommen, den Charakter der widersprüchlichen Persönlichkeit auszuleuchten. Entscheidenden Anteil an der grandiosen Atmosphäre hat auch die Filmmusik von Maurice Jarre. (nach: www.dieterwunderlich.de)
Nachdem LAWRENCE OF ARABIA im Laufe der Zeit mehrmals umgeschnitten und zumeist in einer um eine halbe Stunde gekürzten Version gezeigt worden war, kam 1990 eine vom renommierten Filmrestaurator Richard A. Harris rekonstruierte, ca. 222 Minuten dauernde Fassung ins Kino. 1986 konfrontierte Robert A. Harris (bekannt durch die Restauration von Abel Gance’s NAPOLEON) Columbia Pictures mit dem Vorschlag, die originale Premieren-Version von LAWRENCE OF ARABIA im 70mm-Format wiederherzustellen. Glücklicherweise waren die originalen Negative nie angefasst worden und es fanden sich ein vollständiges „black-and-white 65mm protection material”, sowie Magnettonbänder. Nach zwei Jahren intensiver Recherche und akribischer Sichtung von Tonnen liegen gebliebenen Materials gelang die vollständige Rekonstruktion und Restauration des Films.
LAWRENCE OF ARABIA wurde 1963 mit sieben „Oscars” ausgezeichnet: Bester Film, Regie (David Lean), Kamera (Fred A. Young), Schnitt (Anne Coates), Musik (Maurice Jarre), Ausstattung (John Box, John Stoll, Dario Simoni) und Ton (John Cox). Nominiert hatte man LAWRENCE OF ARABIA außerdem in den Kategorien Drehbuch (Robert Bolt), männliche Hauptrolle (Peter O’Toole) und männliche Nebenrolle (Omar Sharif).

Großbritannien 1962; Regie: David Lean; Drehbuch: Robert Bolt, Michael Wilson nach T.E. Lawrence; Kamera: F. A. Young; Schnitt: Anne V. Coates; Musik: Maurice Jarre; Darsteller: Peter O’Toole (Lawrence), Alec Guinness (Prince Feisal), Anthony Quinn (Auda Abu Tayi), Jack Hawkins (General Allenby), Jose Ferrer (Turkish Bey), Omar Sharif (Sherif Ali), Anthony Quayle (Colonel Brighton), Claude Rains (Mr. Dryden), Arthur Kennedy (Jackson Bentley), Donald Wolfit (General Murray), I. S. Johar (Gasim), Gamil Ratib (Majid), Michel Ray (Farraj), John Dimech (Daud), Zia Mohyeddin (Tafas), Howard Marion Crawford (Medical Officer), Jack Gwillim (Club Secretary), Hugh Miller (R.A.M.C. Colonel) u.a.; Restoration Produced & Reconstructed by Robert A. Harris and Jim Painten (70mm SUPER PANAVISION; 1:2,2; Farbe; DTS; 222min; englische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).


  
Filmplakat