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Keine Spielzeit in dieser Woche


GRACE JONES: BLOODLIGHT AND BAMI

R: Sophie Fiennes

„Never stop the action ... keep it up” singt Grace Jones in ihrem wohl bekanntesten Song „Slave to the Rhythm”, den sie ganz am Anfang dieses dokumentarischen Porträts singt. Niemals aufhören, niemals nachlassen scheint auch das Motto der inzwischen 69-jährigen Jones zu sein, die je nach Licht und Make Up gut 20, 30 Jahre jünger aussieht – und das auch gerne zeigt.
Jones, bekannt für ihren Kultstatus unter Schwulen, ihr androgynes Wesen und ihre funkelnde Garderobe und ihr Make-up, zieht den Zuschauer in ihre Welt und lässt ihn erahnen, welche Erfahrungen sie machte, um zu jenem schillernden Bühnenstar zu werden, der seit 40 Jahren die Fans begeistert. Zwischen simplen Landstrichen in Jamaika bis hin zum schicken Hotel nahe des Louvre in Paris reicht das Auf­gebot. Jones, wenn sie ihren Bruder in seiner Kirche besucht. Jones, wie sie Produzenten minutenlang ungeschnitten am Telefon zusammenschreit, weil sie ihren Job nicht erledigen. Jones, wie sie sich mit der Rolle ihres Stiefvaters auseinandersetzt.
Der Film begleitet Grace Jones in ihre Heimat Jamaika, zu ihrer hoch­religiösen Familie, zu alten Freunden und Nachbarn, und auch ins Studio, wo sie mit Sly & Robbie arbeitet, dem Bassisten und dem Schlagzeuger, mit denen sie schon in den Achtzigern Hits wie „Pull Up To The Bumper” und „My Jamaican Guy” aufnahm. Da ergibt sich der größtmögliche Kontrast zu jener Grace Jones, an die man sonst denkt: der Grimassen schneidenden New Wave Queen, die sich nur von Schampus, Austern und muskulösen Männern „ernährt”, die in Talkshows die Moderatoren verprügelt und in zackigen Issey-Miyake-Kostümen immer aussieht wie der Besuch aus dem All.
Ganz Diva ist Jones in solchen Momenten, durch und durch Star, aber sich augenscheinlich auch bewusst, dass sie in fast jedem Mo­ment eine Rolle spielt. Jahrelang hat Sophie Fiennes Jones begleitet, wie lange, ist schwer zu sagen, denn das Endergebnis ist bewusst vage was den Zeitrahmen angeht, man könnte auch sagen: Er ist so zeitlos wie Jones selbst. (aus: uncut.at, programmkino.de)

Irland/Großbritannien 2017; Regie: Sophie Fiennes; Mitwirkende; Grace Jo­nes, Jean-Paul Goude, Sly & Robbie u.a.; (DCP; 16:9; Farbe; 115min; englisch-französische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).


  
Filmplakat