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Keine Spielzeit in dieser Woche


BANDE DE FILLES

GIRLHOOD

R: Céline Sciamma

Sommer in der Banlieue von Paris. Vier junge Afrofranzösinnen – Sophie (von allen Lady genannt), Adiatou, Fily und Marieme (alias Vic) – bilden eine Mädchengang, die sich einfach nimmt, was ihr von der Gesellschaft vorenthalten oder von den konservativen Brüdern verboten wird. Ihr Auftreten ist selbstbewusst und fordernd. Ihre Wünsche sind nicht anders als jene der meisten jungen Mädchen: sie wollen schicke Klamotten, hemmungslos Tanzen, grenzenlosen Spaß und ihren Traum von Freiheit und Liebe verwirklichen. Allerdings ist ihre Lebensrealität härter als die der meisten Jugendlichen. Die Kategorien „Herkunft“, „Hautfarbe“, „Wohnort“ und „Geschlecht“ teilen ihnen nur einen Randplatz in der Gesellschaft zu. Geschenkt wird ihnen nichts. Sie klauen, was sie haben wollen. Respekt verschaffen sie sich durch Prügeleien. Sie stecken ein und teilen aus, denn sie wollen auch ein Stück vom Kuchen, ein klein wenig unbeschwerte Jugend. BANDE DE FILLES ist Grrrl-Power voll Schlagfertigkeit und jugendlicher Anmut. „Die raue Energie, die die vier entwickeln, fängt der Film aber nicht nur ein, er überträgt sie unmittelbar durch seine leuchtenden Bilder, die pulsierende Musik von Para One und nicht zuletzt durch das ungeschliffene Spiel seiner Laiendarstellerinnen. Das macht BANDE DE FILLES so aufregend und wischt jede Befürchtung vom Tisch, man könnte es hier mit einem bleiernen Sozialdrama zu tun haben.“ (Hannah Pilarczyk in: spiegel.de)
„Es geht in BANDE DE FILLES [...] immer wieder um Bewegungen – räumliche, vor allem aber auch soziale. Und wie Sciamma die eine Bewegung in der anderen auffängt, nicht nur erzählerisch, sondern gerade in Bildern, verdient Bewunderung. Die Regisseurin feiert ihre Protagonistinnen und deren Freiheitsdrang, den eine ungestüme Suchbewegung strukturiert.“ Es geht aber auch „um das Band zwischen den Mädchen, ihre Solidarität – im Tanz, im Kampf und in der Erkenntnis, dass das euphorische Freiheitsgefühl eben doch nur eine Momentaufnahme bleibt.“ (Andreas Busche in: www.zeit.de)
Nach dem vielbeachteten Spielfilm TOMBOY, der die Schwierigkeiten der sexuellen Identitätsfindung einer 10-Jährigen im Mikrokosmos ihrer „heilen“ Familie erkundet, gelingt Céline Sciamma eine weitere Coming-of-Age-Story „und sie ist sogar noch ambitionierter, mitreißender und  durchdachter geraten. Mit klarem Blick für soziale Schieflagen, überkommene Machtstrukturen und jugendliche Sehnsüchte zeichnet Sciamma ein realistisches, aber dennoch vor allem lebensbejahendes Bild vom Leben in der Krise und macht BANDE DE FILLES so zu einem doppelt berührenden Filmerlebnis.“ (Thomas Vorwerk in: www.filmstarts.de)

Auszeichnungen (Auswahl): Outstanding Foreign Film – Black Reel Awards 2016; Best Actress (Karidja Touré) & Best Editing (Julien La­cheray) – Chlotrudis Awards 2016; Best Cinematography (Crystel Four­nier) & Best Film – International Film Festival Stockholm 2014; WFCC Award (for the best theatrically unreleased movie by or about women) – Women Film Critics Circle Awards 2014;

Frankreich 2014; Regie & Drehbuch: Céline Sciamma; Kamera: Crystel Four­nier; Musik: Para One; Schnitt: Julien Lacheray; Ton: Pierre André, Daniel So­brino; Darsteller_innen: Karidja Touré (Marieme/Vic), Assa Sylla (Sophie/La­­dy), Lindsay Karamoh (Adiatou), Mariétou Touré (Fily), Idrissa Diabaté (Is­­maël), Cyril Mendy (Djibril) u.a.; (DCP; 1:2,35; Farbe; 112min; französische ORIGINALFASSUNG MIT DEUTSCHEN UNTERTITELN).


  
Filmplakat